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"Black Water" ist der Beweis, dass dieses Genre noch lange nicht am Ende ist. Ausserdem haben wir es hier mit einem normalen Salzwasserkrokodil zu tun. Es ist nicht ein besonderes Exemplar, welches eine abnorme Größe hat und ausnahmsweise lässt man den heissgeliebten Atommüll mal beiseite. Dies ist ja bekanntlich die Lieblingserklärung bei Kroko-Filmen. Und auch sonst klammern sich die beiden Regisseure und Drehbuchautoren David Nerlich und Andrew Traucki an die Realität. So basiert ihr Debüt auch auf einer wahren Begebenheit. Aber die Beiden haben daraus keine Schlachtplatte gemacht, der Großteil wird der Vorstellungskraft des Zuschauers überlassen und gerade aus der stetigen Unwissenheit, zieht "Black Water" seine Spannung. Er entstand im selben Jahr, wie Greg Mcleans "Rogue".
Grace (Diana Glenn) ist mit ihrer kleinen Schwester Lee (Maeve Dermody) und ihrem Freund Adam (Andy Rodoreda) in Australien unterwegs. Nach dem Besuch bei ihrer Mutter steht eine Bootstour an. Mit Jim (Ben Oxenbould) fährt das Trio in einem kleinen Boot den Fluss entlang. Bald ist eine gute Stelle zum Angeln gefunden, doch plötzlich wird das Boot umgeworfen. Das Trio kann sich auf einen Baum retten, doch Jim wird von dem Krokodil erwischt. Für Grace, Lee und Adam gibt es nur eine Möglichkeit, sie müssen wieder ins Wasser und das Boot erreichen.

Selbst die Anlaufphase vergeht hier wie im Fluge, man geht aber bei den drei Hauptcharakteren auch kaum in die Tiefe. Es beginnt mit dem Abschied von der dort lebenden Mutter, man besucht eine Krokodilfarm und befindet sich ein paar Minuten später schon auf dem Fluss. Kurz darauf greift schon das Krokodil an und bringt das Trio in diese aussichtslose Lage. Da hockt man auf einem Baum, das Wasser ist flach, das Boot hat man ein paar Meter vor der Nase, aber trotzdem sitzt man fest. Durch den Schatten der Bäume ist das Wasser noch dunkler, so kann man gar nichts erkennen. Für das Krokodil ist es das perfekte Jagdgelände. Es muss nicht unbedingt schwimmen, sondern kann auch unten auf dem Grund laufen und sich so völlig lautlos seiner Beute nähern. Jedes Geräusch, jede Luftblase, oder sonstige Bewegung an der Wasseroberfläche lässt nicht nur die Charaktere, sondern auch den Zuschauer aufschrecken. Besonders wenn Jemand ins Wasser muss, ist Hochspannung angesagt, denn das Krokodil greift sehr plötzlich an. Es ist hier noch nicht im Vorhinein festgelegt, wer diesen Horror überlebt, oder ob ihn überhaupt Jemand überlebt. So versucht man auch über die Bäume zu fliehen, aber die Drei wissen ja nicht mal richtig wo sie sind. Man wartet auf Hilfe die nicht kommt und die einzige Lösung bleibt das Boot. Es ist uns nur klar, dass es nicht bei dem einen Opfer bleiben wird.
Die wenigen Angriffe des Krokodils, sind vor allem Kameratechnisch sehr kreativ. Man filmt quasi um die Brutalitäten herum, ohne dass es an Wirkung verliert. Man sieht später nur die Leiche im Wasser schwimmen und in der dunklen Nacht ist dann zu hören, wie das Krokodil die Leiche frisst, was für pure Gänsehaut sorgt. Zwischendurch wägt man immer wieder die Situation ab, kurz vor dem spannenden Finale ist ein wenig die Luft raus. Aber Nerlich und Traucki bieten final noch einen spannenden Kampf Mensch gegen Krokodil an, das Ende bleibt ein wenig offen.
Die Darsteller sind noch ziemliche Anfänger, agieren jedoch in jeder Situation glaubwürdig.

Es geht auch ohne Blut. Dieser realistische Kroko-Schocker geht wirklich unter die Haut. Er präsentiert eine schier ausweglose Situation und spielt gekonnt mit menschlichen Urängsten. Dies könnte manchmal ein bisschen mehr Tempo besitzen, ist aber dank der glaubwürdigen Darsteller sehr dramatisch erzählt und ist mal eine echte Alternative zu den sonstigen 08/15 Filmchen, die in Massen auf den Markt gespült werden. Wer in nächster Zeit nach Australien will, sollte sich "Black Water" lieber nicht zu Gemüte führen.

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