Weniger Tierhorror, mehr eine bittere, zermürbende Survivalgeschichte, das ist "Black Water", die auf das Wesentliche konzentrierte (mal wieder als wahr angekündigte) Story von drei fröhlichen Touristen, denen ein Angelausflug in den Sümpfen Australiens zum Verhängnis wird, als ein Salzwasserkrokodil ihr Boot rammt und den Touristenführer versnackt.
Notgedrungen klettert man auf den nächsten Baum, umgeben nur von mehr Vegetation und noch mehr Wasser, hängen die beiden Schwestern samt Ehemann (der Älteren) nun im Nirgendwo fest und im (schwarzen) Wasser dümpelt irgendwo das geduldige Krokodil, um sich einen Vorrat anzulegen.
Das klingt jetzt für einen stur 90minütigen Film nicht eben abendfüllend, ist aber höchst effektiv, wenn man sich von sensationgesteuerten Sehgewohnheiten mal für diese Zeitspanne verabschieden kann. Natürlich schleichen sich bei einer 3-Leute-auf-dem-Baum-Story notgedrungen ein paar Längen ein (allein, um zu verdeutlichen, daß keine Rettung kommt und die Zeit gegen sie läuft), aber sonst wird das Erwartbare höchst intim durchgespielt. Seien es nun die Versuche, das gekenterte Boot zu drehen, es anzuziehen oder über die Bäume zu entkommen, alles ist dabei, sogar das nicht erreichbare Suchboot hat einen Cameoauftritt.
Was an "Black Water" so gut funktioniert, ist das Vermeiden von monströsen filmischen Ausfällen, die den Angreifer betreffen. Der taucht nämlich über weite Strecken gar nicht auf (bzw. immer ab) und wirkt auch sonst immer schön brav wie ein richtiges Krokodil auf Beutejagd, nicht wie eine gigantomanische, mörderische Freßmaschine mit Tötungsdrang.
Dementsprechend setzen die Filmemacher auf stillen Suspense, wenn man über die Äste klettert oder gewisse Strecken im Wasser zurücklegen muß, möglichst leise, unbemerkt und mit wenig Wasserbewegungen.
Nicht im Studio, sondern "on location" gedreht, funktioniert die Story auf begrenztem Raum enorm gut, vor allem, weil die drei Normalos das Übliche vermeiden, wie etwa dauernde Vorwürfe, ausgesprochene Streitereien oder schwülstige Heulszenen. Tränen fließen zwar reichlich (immerhin haben wir zwei Drittel Frauen im Geäst), aber weder wirds sonderlich klischeehaft noch sülzig.
Hapern tut es schlußendlich im letzten Drittel dann mit den Angriffen des Viechs, denen die Überlebenden eben nicht ausweichen können und so kriegt das Biest zwei der Darsteller zu fassen, setzt zur großen Todesrolle an, aber letztendlich dürfen die Betreffenden das immer erstmal überleben - und das sich ein Krokodil für seine Beutekammer ein Inselchen aussucht, das fröhlich aus dem Wasser ragt, wollen wir dann auch dem Plot geschuldet wissen, normalerweise verkanten die Tiere die Leichen nämlich gern unter Wasser, damit keine Freßfeinde dran kommen und das Fleisch schön mürbe wird (immerhin kann das Kroko ja nicht kauen, sondern nur schlingen).
Abgesehen von solchen plotbedingten Nickligkeiten, kann man aber einen ruhigen Suspenser genießen, der streckenweise echt beklemmend wirkt und in dem niemand gottgleich über sich hinaus wächst, mit den Wahrscheinlichkeiten wird dann aber doch jongliert, ohne daß ein echtes Happy End drin wäre.
Für den sonst so trashigen Tierhorrorbereich gilt hier aber: todernst gespielt und ohne Firlefanz. Das genügt. (7/10)