Aufgrund des erheblichen Erfolges in heimischen Gefilden der Startschuss einer darauf folgend zügig geplanten und zum Teil auch schon umgesetzten Reihe von ähnlich aufgebauten und mit dem Kern des Produktionsteam im Hintergrund tätigen Schwesternfilmen; wobei One Foundation [ aka Crossed Lines ] noch im selben Jahr Anschluss nahm und Fit Lover sich gerade im Endspurt für den landesweiten Kinostart [28.11.2008] befand. Die Struktur in allen Filmen ist ähnlich gleich simpel wie begnadet, wenn auch nicht sonderlich einfallsreich im Sinne von schöpferisch oder geistvoll. Also starring: Major mobile carriers and suppliers.
Die Idee dahinter beruht auf einer weitgehend losen Episodenanordnung, eine Folge von länger ausgebauten Sketchen, die zumeist nur das eine Thema für sich als Konstitution haben und dieses Gefüge aus mehr oder minder flatterhaften Erzählungen auch nur mit einem gemeinsamen Nenner verbinden. In dem Fall ist es ein Mann auf der Suche nach der Liebe, oder zumindest auf der Suche nach einer Frau, die ihm im Verflixten Siebenten Jahr seiner Ehe mehr bietet als die noch Angetraute. Das Lied nach mehr frivoler Abwechslung, nach lebensfrohem Umgang oder dem ganz großen Herzklopfen wird hier wie auch im narrativen Ausgangspunkt der Nachfolger im weitgehend ungebundenen Ton einer Komödie mit vielleicht einem Anteil, aber sicherlich nicht dem Schwerpunkt von Romantik gesungen. Hauptaugenmerk liegt auf dem Leichten Humor, einer von satirischen Spitzen oder gar derben Attacken unbelasteten Heiterkeit, die dennoch oder gerade deswegen kein Vorurteil an sich überspringt. Einschneidende Folgen für das Gesellschaftsbild und entsprechende Anpeilung für die exemplarischen Ausgelassenheiten um das Nichtverständnis der Geschlechter:
Da ihm die alltägliche Routine seiner Frau [ Jiang Yi-Hong ] zu entnervend geworden ist und er sich aus der monotonen Gleichgültigkeit entfernen möchte, beantragt Xu Lang [ Xu Zheng ] die Scheidung. Da ihn als letzten Akt der Krise seine Ex-Frau das Handy zerstört, möchte er es auf dem Weg zur neuen Wohnstätte vom Technischen Service [ Liu Yi-Wei ] reparieren lassen; anstelle dessen verspricht ihm der insgeheim als Engel Fungierende einen neuen Apparat, der ihm bei jedem Drücken eines der zehn Tasten die Chance auf eine neue Partnerin einräumt. Erst ungläubig, dann aber schnell von der Funktionsweise des Wundergerätes überzeugt, schlägt sich Xu Lang eine Bresche von Hoffnung und Enttäuschung durch die lokale Frauenwelt.
Die gepeinigte Seele im Mittelpunkt des eher possenhaften statt possierlichen Geschehens mit letztlich hoffnungsvoller Botschaft und bittersüssem Ausklang gibt dabei auch gleich den Standpunkt des Filmemachers und somit nahezu unmissverständlich und unweigerlich den aufgedrängten Blickwinkel des Zuschauers wieder. Da die Ereignisse aus der Sicht eines Mannes erzählt werden, betreffen die Klischee vorwiegend die Rolle der Frau; jede der vorgestellten Damen bekommt nur wenige Minuten Zeit zum Atmen und Leben und einhergehend damit auch nur fest voreingenommene Umrisse verschrieben. Geblendet von dem durchweg einnehmenden Äußeren liegt es an Ihm als Identifikationsfigur, in knappen Momenten hinter die oberflächliche Fassade zu schauen - und da die Crux der Geschichte die Richtige, wenn überhaupt, erst am Ende bereithält, - um dort die charakterlichen Schwachstellen zu lokalisieren.
Die ersten unverhofften Damen [ Fan Bing-Bing als prinzipientreue Polizistin, Eva Huang als technikaffine Lolita ] gelten dabei nur als Appetizer für Mehr, als die Einführung und schnelle Vorbereitung für den noch kommenden Beziehungsreigen, der mit steigender Dauer sowohl an Details gewinnt als auch Ansporn verliert. Ist zuerst noch so etwas wie Bemühen auch seitens Xu Lang fühlbar, einen richtigen Flirt in der Kürze der Zeit wenigstens zu probieren, wenn auch gewöhnlich damit prompt zu scheitern, so befindet er sich mit fortschreitender Gewöhnung an die Abläufe vom Kommen und Gehen der Liebschaften schon regelmäßig in den Phasen einer Beziehung. Die vorsichtige Tuchfühlung samt Andeutungen eines noch verbalen Vorspiels wird quasi fallen gelassen und gewohntermaßen sofort die Interaktion eingeleitet, die dann weniger comic-esk überzogen, insofern aber auch energischer die Unterschiede und Wechselwirkung von Mann und Frau beackert. Dabei haben die jeweiligen Figuren im Schachspiel der Liebe getreu der autonomen Aneinanderreihung der Amouren keinerlei Verbindung zueinander, der einzige Wiederauftritt wird per phone-in ausgerechnet der Unglücksseligen Luo Yanyan [ Song Jia ] zugestanden, die nicht mal einen Gefährten fürs Leben, sondern nur, aber umso dringender einen [Ersatz]Vater für ihr noch ungeborenes Kind suchte.
Alle anderen Teilhaber an dem geselligen Stelldichein, das statt mit vollständigen Theorien mit allgemeinen Grundsätzen arbeitet und aus einzelnen Fällen Regeln herleitet, haben ein weniger angespanntes Ansinnen, aber lassen ungeachtet dessen grundweg seligere Empfindungen oder gar edle Triebe der Wohlgewogenheit komplett vermissen. Vielmehr geht es den Meisten – und dies ist trotz aller Disparität und Variabilität die synchrone Enge aller Intermezzi und so auch die abstumpfende Lethargie von Xu Lang und Publikum – scheinbar nur um einen möglichst gehorsamen Appendix: Geschäftsführerin Liang Huijun [ Annie Shizuka Inoh ] sucht einen treu ergebenen Angestellten, Pan Wenlin [ Ning Jing ] Jemanden, der mit ihr die perfekte Wohnung aussucht und bezieht und wohl auch bezahlt, die Hundeliebhaberin Miao [ Qu Ying ] einen Spielgefährten für ihren "Schubert", und die Psychologin Gao Fei [ Qin Hailu ] formuliert jeden scheinbar noch so harmlosen Satz immer so, dass Man(n) nur falsch antworten kann.
Für die weichherzige Motivik der Liebe eine erstaunliche hohe Quantität von Verblendung, Voreingenommenheit, und auch Einseitigkeit als Aufhänger gutmütiger Witze, ist doch der Mann im Zentrum trotz seiner zugefügten Rolle als Suchender auch über weite Strecken hinweg nur der Spielball. Der Befangene, der sich erst ungläubig an die ihm neu gebotenen und ungewohnten Möglichkeiten herantastet und noch "geschädigt" von der Ehe die gröbsten Fehler und direkten Tritte ins Fettnäpfchen gerade zu Beginn seiner privaten Mission begeht, und auch aufgrund dessen nach und nach jede eigene Aktivität zugunsten einer passiven Duldsamkeit aufgibt. Dabei gewinnt er erstaunlicherweise zunehmend an Profil, wobei zugleich die Präjudiz von Pedanterie, Rechthaberei bis hin zu Fanatismus bei den Kandidatinnen zunimmt.
Beständig ist dafür die Regie mit seiner wohlmeinend einfach gehaltenen Erzählweise, die in den flüchtigen Begegnungen der einzelnen Abgesandten zudem frappierend gleichbleibend auf stetig vom Sinn her identische Örtlichkeiten und Baulichkeiten setzt; beinahe jedes Date findet entweder in einem [der Abwechslung halber wechselnden] Restaurant statt oder beinhaltet die Speiseaufnahme daheim bei Ihr oder Ihm. Statt dem Hormonspiegel aller Beteiligten wird daher eher der Kontostand von Xu Langs Kreditkarte hochgetrieben, kommen doch neben den permanenten Essensrechnungen noch die im Anschluss an die im Chaos und Verletzung endenden Liaisons auch immer der abschliessende Aufenthalt im Krankenhaus bei ein und derselben Ärztin [ Gong Beibi ] hinzu.
Keine Gedanken um das Geld mussten sich die Produzenten von China Film und Warner China Film HG machen; das Einspiel von 13 Millionen Renminbi wurde mit sichtlich ausschweifenden Marketingdeals von China Mobile, Nokia, Konka und Aigo als präsente product placement advertisers finanziert.