Irgendwann in der Schule mal gelernt, dass „Trash“ gleichbedeutend mit „Müll, Abfall“ ist. Heute weiß ich, dass das bei Filmen wohl nicht stimmt. Da würde ich Trash eher mit „liebenswerter Schund“ übersetzen - und dafür ist dieser Film ein Paradebeispiel. Die Handlung ist denkbar einfach: David ist der Neue an einer Schule, die von einer Horde übler Arschgeigen (sorry - ist aber so) beherrscht wird. Und nachdem David sich den Schulterror einige Zeit angeguckt hat rebelliert er gegen diese Bande - und wird als Strafe prompt von denen zum Krüppel gemacht. Was jetzt kommt ist eigentlich zu erwarten: Unser Racheengel spreizt seine Flügel, und von den Quälgeistern muss einer nach dem anderen dran glauben, und das sogar recht einfallsreich!!! Nur, nachdem die bösen Jungs alle den Jordan runter gegangen sind stellt sich heraus, dass auch die bisher unterdrückten Mitschüler keinen Deut besser als ihre ehemaligen Folterer sind und jeder einzelne jetzt die Herrschaft über die Schule anstrebt. Parallelen zu Orwell’schen „Animal Farm“ sind hier unverkennbar, und es ist recht lustig, warum sich z.B. der Bücherwurm zum Highschool-Diktator aufschwingen möchte. Und was macht unser David? Konnte man seine Motive bisher noch (halbwegs) nachvollziehen, mutiert er nun zum Psychokiller und räumt weiter ab...um am Ende, ach herrje, von der Liebe gestoppt zu werden. Die DVD wird beworben mit „Wer die Klasse von 1984 kennt, weiß was ihn erwartet!!“. Nee, weiß er nicht. Der hier vorliegende Film ist nämlich bei weitem nicht so plakativ. Im Gegenteil. Klar, beide Filme sind eindeutig „Revenge“-Movies, wobei in beiden auch (naja, im „Massaker“ zumindest fast...) ge-„raped“ wird. Der hier besprochene Film ist dann jedoch der wesentlich leisere der beiden Filme. So richtig schlau, was die Verantwortlichen mit ihrem Film bezwecken wollten, bin ich dann auch nicht geworden. Klar, der Film ist wirklich keiner, nach dessen Genuss man Kopfschmerzen vom vielen Nachdenken hat, aber irgendwie hat sich mir halt nicht erschlossen, ob es sich bei der zweiten Hälfte des Films wirklich um Gesellschaftskritik handelt oder der Regisseur es als einzige Möglichkeit sah, sein Machwerk halbwegs auf Spielfilmlänge zu bringen. Sei’s drum. Der Film hat, wie die „Klasse von 1984“ auch, ein wundervolles Titellied (hier: „Crossroads“ von Jill Williamson), es gibt ein paar wie ich finde recht uninspirierte Tittenszenen (die aber ja wohl in keinem 70er Movie fehlen dürfen), die Haarschnitte der männlichen Darsteller schwanken zwischen Günther Netzer und David Hasselhoff (wobei einer der Herren tatsächlich der junge Knight-Rider sein könnte - weiß da jemand mehr?) und ja - ich habe mich 83 Minuten prima unterhalten. Die DVD von LaserParadise überzeugt übrigens mit einer schönen Menüführung und einem echt guten Bild, das ist bei denen ja auch nicht immer unbedingt Standard. Ich hab für die DVD übrigens ‘nen Fünfer gezahlt, und mehr sollte es meines Erachtens auch nicht unbedingt sein. Für die Handlung gibt es vier Punkte, mehr ist echt nicht drin. Und fürs kreative Töten nochmals drei dabei. Von mir auch noch einen für die Nacktszenen. Also 8/10 Punkten. Aber ganz ernst gemeint ist das nicht. 70s-Trash-Fans werden es aber nachvollziehen können.