Mit seinem doch eher im körnigen Drive-In-Kino beheimateten Massaker in Klasse 13 greift Rene Daalder dem einen Monat später in den amerikanischen Kinos aufgeführten Film Carrie voraus, indem er die Stellung von Außenseitern an einer US-Schule thematisiert. Daalders Werk gibt sich technisch nachlässig, so daß man auch mal in der Hecktür eines Vans die deutliche Spiegelung eines Mikrofons erblicken kann.
Seine Geschichte gibt zwar vor, sich mit einer die Lehranstalt beherrschenden Clique, die nicht einmal davor zurückschreckt, Mitschülerinnen zu vergewaltigen, auseinanderzusetzen, jedoch verliert er sich in einem simplen Konstrukt aus Gegengewalt. Während er durch Slasherinhalte gewürzt mit freizügigen Darstellerinnen und zuweilen sarkastischen Todesszenen seinen Anklang beim Publikum auf niederem Niveau sucht, läßt Daalder eine Reflektion missen, die eine beiläufige Erwähnung eines ewigen Kreislaufes, nämlich dem Nachrücken einer die Macht an sich reißenden Gruppe, übersteigt.
Massaker in Klasse 13 ist sicher leider eine inzwischen zu oft eingetroffenen Dystopie, jedoch ist der Umgang mit dem Problem durch reine Selbstjustiz weder erfüllend noch bereichernd. Selbst wenn man dem Film eine Fragestellung über die Richtigkeit der gezeigten Bilder zuschreibt, gelingt es Rene Daalder nicht, seine Intention zu präzisieren. So verbleibt Massaker in Klasse 13 eine heute merklich betagte Randerscheinung.