Es gibt Leute, die scheinen Carpenters „Halloween“ regelrecht zu vergöttern und manche gehen so weit, ihre eigene Fassung zu drehen, vielleicht als eine Art Huldigung.
Um den Slasher ein wenig anzureichern, bedient man sich noch reichlich der Vorgaben von „Ich weiß noch immer…“ und schon könnte das Gemetzel losgehen, wenn es denn in diesem Fall überhaupt ein erwähnenswertes gäbe…
Es kommen zwei Täter in Frage, die es auf Tommy und seine Freunde rund um Halloween abgesehen haben könnten: Ein flüchtiger Serienkiller oder ein Totgeglaubter, der vor einem Jahr verunfallte, als man ihn umzingelte und der unglücklich stürzte, wonach man sich aus dem Staub machte.
Nun ist wieder Halloween und einer nach dem anderen…
Man muss nur kurz die Credits laufen lassen und das Main Theme für einige Sekunden wahrnehmen, da werden bereits die ersten Anleihen ans große Vorbild deutlich.
Über die Musik hinaus, kann der Streifen natürlich in keinem Moment die Qualitäten des Originals erreichen, denn das Skript scheitert auf allen Ebenen.
Das beginnt mit den schlechten Darstellern, geht über die grenzdebilen Dialoge, das fehlende Gespür für Timing bis zur mangelnden Kreativität der Morde.
Held Tommy zeichnet nichts aus, außer dass der sich beim Joggen das Bein bricht und nicht ganz so arg ans Ploppen denkt wie seine Kollegen, die während einer Halloween-Feier augenscheinlich nichts anderes im Sinn haben. Auf jener verweilen wir eine ganze Weile, bis sich der maskierte Killer das erste Paar schnappt.
Doch so harmlos, wie der Anblick einer Leiche mit Plastiktüte über dem Kopf und der Andeutung eines Genickbruchs bleibt es letztlich. Da wird zwar noch ein wenig die Machete geschwungen, doch das blutigste der Gefühle sind eine Enthauptung und eine lange Klinge im Schädel.
Auch wenn man sich mit der Egoperspektive aus Sicht des Schlächters ein paar abwechslungsreiche Blickwinkel sucht und die beobachtende Distanz des Bösewichts zu seinen Opfern an Carpenters Werk erinnert, so bleibt das Geschehen dröge bis einschläfernd, obgleich das Tempo im letzten Drittel ein wenig angezogen wird.
Das liegt unter anderen an den zu häufig eingebrachten Erotikszenen, nebst Duschsequenz, bei der die unsichere Kamera zwei Blicke auf eine Mumu erlaubt, was aber ebenso wenig aufgeilt, wie zwei Tussen, die minutenlang durch den Kostümverleih tapern und sich dabei gegenseitig erschrecken.
Als die potentiellen Opfer überlegen, mit ihrem Geheimnis zur Polizei zu gehen, ist diese bereits im Einsatz und nachdem ein Serienkiller bereits rund 40 Leute umgebracht haben soll, reichen diesbezüglich zwei Beamte aus.
Es wird also selbst zum Ende hin kaum spannend, obgleich der Showdown etwas Action einbringt und der Killer ein wenig mehr zu kämpfen hat, als bei seinen vorherigen Auftritten.
Doch selbst dann muss es noch ein Cliffhanger sein, der einige Minuten nach dem Finale kaum jemanden ein müdes Schmunzeln entlocken dürfte.
Somit haben wir ein weiteres, überaus müdes Pendant zu Carpenters Evergreen.
Der Blutgehalt geht gegen Null, auf atmosphärischer Ebene punkten allenfalls nur wenige Sekunden und wenn es einen Preis für die Ideenlosigkeit eines Slasher gäbe, hätte dieser gute Aussichten…
Noch nicht einmal als Anheizer der kommenden Halloween Party zu empfehlen,
3 von 10