Review

Schon mal was vom Folterknecht der dreizehnten Ebene der Hölle gehört?
Vielleicht eher von Asmodis, Menschenopfern, bewaffneten Priestern, Auferstehung aus der Hölle und Geburt eines Dämonenbabys? Ja, der ganze klischeebeladene Klumpatsch, der seit “Omen” und “Rosemaries Baby” mit ideenlosen Plagiaten die Filmwelt nervt, hat wieder gnadenlos zugeschlagen.

Im Mittelpunkt steht eine junge Frau, die mal wieder nicht weiß, wie der Braten in die Röhre geriet, - Mary (Alison Brie) ist noch Jungfrau und das Hymen unversehrt.
Umso überraschter zeigen sich ihr Dad (pensionierter Gynäkologe) und ihre jähzornige Schwester (Denise Crosby in einer bemitleidenswert einfältigen Rolle), wie unerwartet die Schwangerschaft von Mary verläuft. Sie ahnen ja nicht, dass Marys Bruder Asmodeus (Kane, the Jason Vorhees on Friday, the 13th, Hodder) der Unterwelt entstieg, seine Schwester vergewaltigte und diese während ihrer Schwangerschaft pro Monat ein Menschenopfer bringen soll, damit Asmodeus der Hölle endgültig entsteigen kann.

Hätte man sich ein wenig mehr um eine konkrete Story bemüht, wären die überlang erscheinenden 105 Minuten gewiss ein wenig leichter über die Bühne gegangen, als dieser schwammige Stoff, der mit vagen Fakten überhaupt nicht auf den Punkt kommen will.
Figurenkonstellationen werden schwach oder überhaupt nicht erläutert, so dass die Funktion von zwei Priestern, die offenbar über das Dämonenbaby Bescheid wissen, völlig nebulos erscheinen, ebenso wie das eher unfreiwillig komische Bild des Kardinals mit Sonnenbrille (!), ebenfalls von Kane Hodder verkörpert.
Und was die (größtenteils nackt erscheinenden), blonden Zwillinge mit der Sache zu tun haben, wird erst gegen Finale etwas deutlicher. Bis dato geht es um Marys Schwangerschaft, einen dicken Babybauch, unter dessen Decke sich etwas Dämonisches tummelt und die Morde, die Mary stets wie unter Trance begeht und im Nachhinein als irreale Vision aufgefasst.

Mit der inszenatorischen Mischung aus Amateurbeitrag und TV-Produktion bietet man allerdings zu wenig Anreize, um auf Dauer am Ball zu bleiben.
Viele Szenen, wie etwa eine Liebesszene kurz vorm mörderischen Abschluss, kann überhaupt keine Spannung aufbauen, - die Locations sind schlecht gewählt, das Pacing permanent ungünstig und die Dialoge schwanken zwischen unfreiwillig komisch und unerträglich albern, - spätestens wenn das Dämonenbaby durch die Stimme der eigenen Mutter spricht, was äußerlich einer Schizophrenie im fortgeschrittenen Stadium gleichkommt.
Davon abgesehen sieht man von den Morden rein gar nichts, allenfalls ein abgetrennter Kopf könnte mit viel Wohlwollen als blutiger Moment anerkannt werden. Teilweise sieht man nicht einmal, wie diverse Opfer verenden.

Auch wenn der mystisch, leicht sakral klingende Score sich müht, gegen dieses fahrige Skript kann er nichts bewirken. Ein Mitfiebern ist nicht gegeben (mit wem auch?), Klischees nehmen im Verlauf gnadenlos zu (vom dubiosen Angestellten des Hauses, Einsatz von Pentagramm und Weihwasser bis hin zur Geburtszeremonie) und ein Interesse erhaschender Erzählfluss ist aufgrund mangelnder Bewegung und vieler redundanter Momente überhaupt nicht gegeben.
Einziger Trash-Pluspunkt ist der Anblick des Dämonenbabys unter der geöffneten Bauchdecke und die Tatsache, dass die angepeckte Latexkugel im Verlauf immer weniger wie ein Babybauch aussieht.

Am Ende labern ein paar abgetrennte Köpfe in einem aufgemalten Pentagramm, einige Figuren zeigen, - oh Überraschung -, ihr wahres Gesicht und Satan persönlich erscheint auch noch. Schlimmer ist aber, dass das Ende eventuell auf eine Fortsetzung schließen ließe, - da bliebe als Rettung nur ein Fall für John Sinclair übrig.
Ansonsten wurde mit diesem Dämonenbaby-Dünnpfiff aus cineastischer Sicht eine ziemliche Nullnummer in die Welt gesetzt.
3 von 10

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