1998 - die Highschool liegt nun schon drei Jahre zurück, aber Karriere hat von den alten Schulfreunden keiner gemacht. Hutch (Dan Fogler) lebt noch in der Garage seiner Eltern, während seine Kumpels Linus (Chris Marquette) und Windows (Jay Baruchel) einen schlechtgehenden Laden für Comics und Star-Wars Merchandising betreiben. Wirklich interessiert sind sie nur an "Star Wars", weshalb sie auch beim weiblichen Geschlecht keine Erfolge aufweisen können. Einzig Eric (Sam Huntington) konnte sich aus dieser Konstellation lösen, fing als Autoverkäufer im Laden seines Vaters an und steht kurz davor, diesen als Chef zu übernehmen.
Als er auf einer Party auf seine alten Kumpels trifft, könnte der Kontrast nicht größer sein, denn während er mit Krawatte und Anzug eher zu seriös für den Anlass wirkt, haben sich die Anderen in sperrige "Star Wars"-Kostüme gezwängt, die auch nur wenig Kontakt zu anderen Gästen der Party versprechen. Das Wiedersehen zwischen Linus und Eric fällt wenig freundlich aus, denn Linus ist sauer auf seinen früheren besten Freund, der sich seit Jahren nicht mehr sehen liess. Auch Eric reagiert spöttisch auf dessen ewige "Star Wars"-Liebhaberei, die seit Jahren darin gipfelt, in George Lucas Haus einbrechen zu wollen, um dort die Episode 1 zu sehen, bevor diese ins Kino kommt.
Erst als er kurz danach von Hutch erfährt, dass ihr gemeinsamer Freund Linus unheilbar an Krebs erkrankt ist, beschliesst Eric doch diesen Plan gemeinsam mit den Freunden in die Tat umzusetzen, denn Windows hat gute Kontakte und nachdem sie Linus, der zuerst keine Lust auf Eric hatte, letztendlich doch überredet haben, machen sie sich in Hutchs altem Ford auf den langen Weg nach Kalifornien.
Klingt nach vertrautem Road-Movie mit Nerd-Charakter und ist es auch, aber zwei Charakteristika unterscheiden den Film von vielen Vorbildern. Die Krankheit, die zwar als Anlass für die Fahrt herhalten muss, spielt letztlich nur eine untergeordnete Rolle. Weder macht Linus einen kränklichen Eindruck, noch wird dieser Fakt mehr als notwendig erwähnt. Es gibt einige wesentliche Momente, in denen Linus baldiger Tod eine Rolle spielt, aber dabei kommt der Film ohne Sentimentalitäten aus.
Entscheidend für den Film ist die "Star Wars"- Begeisterung, die hier nicht von ungefähr mit der "Star Trek"- Begeisterung zusammen stösst. Sowohl die Fernsehserie mit Captain Kirk als auch George Lucas Trilogie haben eine Fangemeinde hervor gerufen, die bis zum heutigen Tag prägend für viele auch deutlich jüngere, meist männliche Zeitgenossen wurde. Sogenannte "Conventions", zu denen sich die Fans in Scharen (auch manchmal mit ihren Idolen) treffen, sind in den USA an der Tagesordnung, genauso wie eine weltweite Verbreitung der dazugehörigen Merchandising-Artikel.
Der Film macht keinen Hehl daraus, welche Personengruppen besonders intensiv in dieser Welt aufgehen - auch wenn mit Zoe (Kristen Bell) eine hübsche, junge Frau mitmischt - aber er betrachtet diese "Verrückten" immer mit Sympathie. Interessant ist dabei, dass trotz der Tatsache, dass die vier Protagonisten "Star Wars"-Fans sind, letztlich ein Gleichgewicht zwischen den "verfeindeten" Fangruppen im Film entsteht, denn während "Prinzessin Layla" aka Carrie Fisher als Ärztin kurz Linus helfen darf, ist es "Captain Kirk" aka William Shatner selbst, der erst deren Weg in George Lucas Villa ermöglicht. Die Konfrontation zwischen den unterschiedlichen Fangruppen, aus denen der Film seine Dynamik entwickelt, findet im Grunde zwischen ähnlich denkenden Menschen statt.
Daraus wird ersichtlich, dass es in "Fanboys" vor allem um Freundschaft geht. Der Film wartet natürlich auch mit diversen Gags über Prostituierte, Homosexuelle und Geruchsbelästigung auf, bleibt dabei aber insgesamt zurückhaltend und ohne moralische Gewichtung. Natürlich wimmelt es in dem Film von Anspielungen auf "Star Wars" und "Star Trek" - so wie die Beteiligten ständig mit ihrem Detailwissen nachweisen müssen, dass sie wahre Fans sind - weshalb Insider sicherlich mehr Freude an diesem Film haben werden, aber letztlich ist der Film in seinem - gemessen an heutigen Teenie-Komödien - fast altmodischen Charakter, ein Plädoyer für Freundschaft und das Ausleben persönlicher Begeisterung, egal welcher Art (7/10).