Seit den 70-er Jahren ist die Zeit des Western als Massengenre vorbei. Alle paar Jahre erscheinen aber immer wieder einige starke Nischenfilme, die das Interesse kurz aufflackern lassen. Oft sind diese Werke sogar oscarnominiert und dann auch Gewinner (Costners "Der mit dem Wolf tanzt" oder Eastwoods "Erbarmungslos"). Nach weinigen Filmen verschwindet der Western dann aber für Jahre erneut in der Versenkung. Auch in diesem Jahr verzeichnen man wieder eine kurze Renaissance des Westerns, die mit dem guten "Seraphim Falls" (Pierce Brosnan und Liam Neeson) begann.
James Mangold möchte diese nun mit dem Remake des Westernklassikers "3.10 to Yuma" von Delmer Daves fortführen. Mit Russel Crowe und Chrsitian Bale konnte er zwei der besten Schauspieler unserer Zeit gewinnen und schaffte damit beste Vorraussetzungen für ein gutes Gelingen.
Inhaltlich orientiert sich mangold weitgehend am Orginal. Der Farmer Dan Evans hat alle Mühe seine Frau und die 2 Söhne mit dem trockenen Stück Land an der mexikanischen Grenze sprichwörtlich über Wasser zu halten. Verschuldet und ohne den Respekt seines älteren Sohnes plagen den Mann starke Selbstzweifel. Dann werden er und sein Sohn Zeuge eines Kutschenüberfalls durch den Outlaw Ben Wade und seine Bande. Der clevere Wade fällt durch einen Zufall den Gesetzeshütern in die Hände und soll schnellstmöglich ins Gefängnis von Yuma überstellt werden. Doch die Strecke bis Contention City muss über land zurückgelegt werden, bevor man Wade in den Zug zum Gefängnis setzen kann. Aus Angst vor der noch immer freien Bande will niemand Wade nach Contention bringen. Erst bei einer Bezahlung von 200 Dollar pro Mann meldet sich Evans, der das Geld unbedingt braucht. Zwischen Evans und Wade entwickelt sich ein Psychoduell, bei dem der smarte Wade nichts auslässt um seine Freiheit zu gewinnen. Erschwerend für Evans kommt hinzu, dass sich sein älterer Sohn heimlich dem Treck angeschlossen hat, da dieser Wade bewundert. In Contention angekommen taucht schließlich die Bande mit ihrem brutalen Ersatzboss Charlie Price auf, die Wade um jeden Preis befreien wollen.
Kritik: Es sollte doch sehr verwundern wenn der Film nicht auch unter den Oscarnominierungen auftaucht, ist er doch ein grandioses Stück Kino, das mit einem überaschenden aber glaubhaften Ende aufwarten kann.
Bale und Russel spielen die Ambivalenz ihrer Charaktere voll aus und liefern sich ein unglaubliches Psycho Duell, bei dem die Waage immer wieder in eine andere Richtung ausschlägt.
Auch die Nebendarsteller, allen voran Be Foster als Charlie Price machen einen super Job.
Starke Aufnahmen und eine athmosphärische Inszenierung runden das hervorragende Gesamtbild des mit Abstand besten Western der letzten Jahre ab.