Guten Tag,
gleich zu Beginn die Bemerkung, dass ich das Original nicht kenne und deshalb in keiner Weise Bezug darauf nehmen werde.
Farmer Dan (C. Bale) kann seine Familie nicht mehr ernähren und lässt sich deshalb auf das halsbrecherische Unternehmen ein, den gefürchteten Räuber Ben Wade (R. Crowe) nach Yuma zu eskortieren, von wo aus er per Zug ins Gefängnis gebracht werden soll ...
TNY ist voll und ganz auf seine Hauptdarsteller zugeschnitten, hat allerdings außer den beiden Stars Bale & Crowe nichts wirklich Aufsehen erregendes zu bieten.
Es beginnt beim Soundtrack von Marco Beltrami, einer aufdringlichen Hommage an Ennio Morricone, geht weiter bei der Ausstattung, der man ihre verkrampfte um Authentizität bemühte Künstlichkeit immer wieder anmerkt. Ja, wohl auch das verwitterte Bahnhofsschild ist auf dem Storyboard entstanden und dann in aufwändiger Detailarbeit auf alt getrimmt wurden. Wo Sergio Leone seinerzeit einfach ein paar schlecht bezahnte Spanier gecastet hat, da werden in Mangolds Film Luke Wilson´s Zähne von einer sonst sicherlich talentierten Maskenbildnerin gellb lackiert. Und sogar mancher Dreizehn-Tages-Bart sieht zurechtgestutzt aus.
Ein Hochglanz-Western also, dem aber eben diese Eigenschaft nicht gut zu Gesicht steht.
Und was die Hauptdarsteller an Qualität beisteuern, das kann die Mehrzahl der Nebenfiguren leider nicht halten.
Allen voran ist hier der von jeglichem Talent freizusprechende Ben Foster zu nennen, Er spielt Wades Adjutant Charlie so wie er bis jetzt jede seiner mir bekannten Rollen zu füllen versucht hat. Nämlich garnicht.
Ein Ärgernis, denn was bringt der beste Western ohne vernünftige Bösewichte.
So bleiben als Lichtblicke nur die spannenden (Rede-)Duelle zwischen dem dämonisch aufspielenden Russel Crowe und dem ihm ebenbürtigen Christian Bale, der die Tragik seiner Figur zu jedem Zeitpunkt anrührend aber ohne falsches Pathos darzustellen vermag.
Zwar dick aufgetragen aber gut inszeniert ist auch das fulminante Finale, wiederum ein Bückling vor Klassikern wie "Rio Bravo" und "High Noon".
Fazit:
Crowe & Bale zíehen den TODESZUG NACH YUMA, der Rest verkommt leider oft zum Klischee in noch dazu unpassender Hochglanz-Optik. Und Ben Foster möchte ich bitte nie wieder auf einer Leinwand zu sehen bekommen.