Review

Gleich vorneweg: Ich kann mit Western nicht allzu viel anfangen. "3:10
to Yuma" hat mir aber überraschend gut gefallen. Es geht um den Farmer
und Bürgerkriegsinvaliden Dan Evans (Christian Bale), der kurz vor dem
endgültigen Scheitern steht: Sein Land leidet unter der Dürre und er
ist hoch verschuldet. Während er verzweifelt einen letzten Versuch
unternimmt, die Tilgung seiner Schulden aufzuschieben, wird er Zeuge
der Verhaftung des berüchtigten Banditen Ben Wade (Russell Crowe), der
kurz zuvor mit seiner Bande einen Geldtransport der
Eisenbahngesellschaft überfallen hat. Dieser soll nun zur
Eisenbahnstation in das einige Tage entfernte Contention gebracht
werden, von wo aus der Zug zum Gefängnis in Yuma fährt. Für den
riskanten Auftrag stellen sich jedoch nur wenige Männer (u.a. Peter
Fonda) zur Verfügung. Kurzentschlossen meldet sich Evans freiwillig als
Begleiter, um mit dem Lohn seine Farm retten zu können.
Gefahr
droht dabei nicht nur von Wades Bande, die unter der Führung des
unbarmherzigen Charlie Prince (Ben Foster mit femininem Touch) die
Verfolgung der Gruppe aufnimmt. Auch Wade selbst, obgleich äußerlich
harmlos und freundlich, bleibt eine tödliche Gefahr.

Der Film lebt hauptsächlich von seinen erstklassigen Hauptdarstellern.
Russel Crowe verkörpert den ultrabösen Gentleman-Gangster mit
Prinzipien schön rätselhaft und bedrohlich. Christian Bale kann als
verbitterter und verzweifelter Familienvater vollends überzeugen.
Während Crowe auf dem Weg nach Contention einen nach dem anderen
abmurkst, entwickelt sich gleichzeitig eine Art von distanzierter
Beziehung zwischen ihm und Bale. Anfangs will letzterer natürlich
nichts mit dem Gangster zu tun haben, aber selbiger drängt sich dem
Farmer regelrecht auf, da er von dessen Vergangenheit fasziniert zu
sein scheint. Dies geht am Ende so weit, dass Crowe Bale als einzig
übrig gebliebenen "Wächter" gegen seine eigene Gang hilft, um den
Gefängniszug zu erreichen. Ich empfand dieses Verhalten zwar anfangs
etwas unglaubwürdig (wer rennt schon freiwillig zu seiner Hinrichtung),
aber es lässt den Charakter des Ben Wade dann doch in einem etwas
anderen Licht erscheinen.

Ich fand den Film recht spannend, tolle Charakterzeichnung, tolle
Schauspieler (auch wenn Luke Wilson in einer Minirolle reichlich
fehlbesetzt wirkte) tolle Bilder, ordentliche Schiessereien, gutes
Ende, was will man mehr?



8.5/10

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