Review

"Der Mensch nimmt sich was er haben will. Das ist seine Natur."

"Todeszug nach Yuma" ist ein Western-Remake zu "Zähl bis drei und bete". Da ich das Original nicht kenne kann ich keinerlei Vergleiche ziehen oder Bezug darauf nehmen können.

Die Story ist westerntypisch grob und schnell erzählt: Der Farmer Dan Evans (Christian Bale) erlebt ein schlechtes Jahr, hat Schulden bei der Eisenbahngesellschaft und kann seine Familie kaum mehr ernähren. Durch Zufall stößt er mit seinen Söhnen mit dem gefürchteten Räuber Ben Wade (Russell Crowe) und seiner Bande zusammen. Bei der Gefangennahme des Robin Hood Verschnittes beschließt Evans ihn mit einer handvoll Gesetzestreuer nach Yuma zu eskortieren, von wo aus er per Zug in ein Gefängnis gebracht werden soll.

Für einen Western bemüht man sich anfangs für Abwechslung. So besticht die erste Schießerei durch gute Einfälle wie einer Gatling Gun oder einer Explosion durch einen Schusstreffer auf Dynamit. Soweit anfangs noch für frischen Wind gesorgt wurde, gibt es sonst leider nichts neues zu sehen.

Im Vordergrund stehen die beiden Hauptakteure Bale und Crowe, ihre charismatischen Charaktere und deren Gesprächsduelle. Beide verleihen ihren Figuren einen sehr guten Anstrich. Die lakonischen Kommentare und der zynische Witz passen zwar anfangs nicht sonderlich gut zu Crowes dauerhaft weinerlichen Gesichtsausdruck, gibt sich aber in der Laufe des Films. Von Christian Bale ist man mittlerweile besseres gewohnt, viel mehr als geboten gab das Skript selbst aber nicht her. Besonders zu erwähnen ist noch Ben Foster, den man als Unsympath Charlie Prince mit der Zeit immer mehr zu hassen lernt.
Der Rest ist sozusagen dabei, oder eben als Kanonenfutter anzusehen.

Negativ fallen die auf Hochglanz präparierten Charaktere auf. Für eine staubige Umgebung sehen mir die Kleidung und die Charaktere selbst viel zu sauber aus.
Ganz schlimm wird es bei der Logik und Anschlussfehlern. Wo das ständige flüchten und wieder gefangen nehmen von Ben Wade auf Dauer nervig ist, werden die Aktionen von dieser Person gegen Ende völlig lächerlich und sind nicht mehr nachvollziehbar. Darunter leidet insbesondere das spannende, mit atmosphärisch, treibender Musik unterlegte Finale.

Der Regisseur James Mangold war sichtlich bemüht etwas frischen Wind in das Western-Genre zu pusten, verpackt dies auch gut mit ansehlichen Schauspielern und einer klassischen Story. Wäre der dauerhafte Einheitsbrei und insbesondere die vielen Logikfehler nicht vorhanden wäre hier sicher mehr drin gewesen. So nur...

4 / 10

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