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Dan Evans (Christian Bale) hat Probleme: Er schuldet jemandem Geld und hat eine Woche Zeit es zurück zu zahlen, ansonsten verliert er sein Land. Zufällig ist er bei der Verhaftung von Ben Wade (Russel Crowe) zugegen und als ehemaliger Soldat erklärt er sich für 200 $ bereit, diesen mit weiteren Männern nach Contention zu bringen. Von hier aus soll er in den Zug zum Gefängnis nach Yuma gebracht werden. Doch Wades Männer sind bereits hinter ihnen her und versuchen alles, um Ben zu befreien.
"Todeszug nach Yuma" ist das Remake des Westerns "Zähl bis drei und bete". James Mangold (Walk the Line) inszenierte mit dem Film einen sehr guten Western. Die Story ist tempo- und actionreich erzählt, ohne jedoch die Charaktere und ihre Entwicklung zu vernachlässigen. Die Geschichte von Wade und Evans, die sich im Laufe des Films immer mehr annähern weiß zu gefallen, da hier keine reine Schwarz-Weiß-Malerei betrieben wird, sondern jeder Charakter sowohl positive als auch negative Züge trägt. Mit Crowe und Bale sind in den Hauptrollen dann auch zwei sehr gute Schauspieler zu sehen, die ihre Charaktere glaubhaft verkörpern. Crowe gelingt es hierbei als Bösewicht die Sympathien auf seine Seite zu ziehen und gefiel mir persönlich noch einen Tick besser als Bale. Auch die Nebenrollen sind hervorragend besetzt, wobei vor allem Logan Lerman als Dans Sohn William und Ben Foster als Charlie Prince, dem zweiten Anführer von Bens Bande, hervorstechen. Lerman verkörpert den Sohn, der sich von Ben zeitweise angezogen fühlt sehr glaubhaft und Foster gibt den psychtischen Cowboy, der alles daran setzt seinen "Chef" zu befreien, fast schon beängstigend gut.
Der Film ist im großen und ganzen schnörkellos inszeniert und obwohl es die ein oder andere schöne Landschaftsaufnahme gibt, sind es weniger die Bilder als vielmehr die Geschichte, die in Erinnerung bleibt. Der score ist ebenfalls gut gewählt und hält sich dezent zurück, ausgenommen in den Actionszenen, wo dieser ein wenig aufdreht.
Einziger Kritikpunkt an dem Film ist die Wandlung von Wade am Ende, die in meinen Augen ein wenig unglaubhaft wirkt, aber nichtsdestotrotz den Film nicht allzu sehr schmälert. Dennoch verweigert dieser Punkt dem Film die Höchstnote.
Da der Film keine Längen besitzt und sich Zeit für seine Charaktere nimmt und diese nicht nur als bloße Stereotypen vorstellt kann man ihn getrost als einen der besten Western der Neuzeit bezeichnen.

8/10

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