Zum letzten Mal im Jahre 1994 inszenierte Altmeister Clint Eastwood mit dem grandiosen "Erbarmungslos" den letzten Western der alten Schule,wo bei vielen Fans die Hoffnung aufkam dass das Westernkino doch noch nicht ausgestorben sei. Doch man hatte sich getäuscht und es dauerte ewig lange Jahrebis es mal wieder soweit war. Mit "3:10 to Yuma" (deutscher Titel: "Todeszug nach Yuma") wagte sich Regisseur James Mangold, der schon mit "Walk the Line" einen herausragenden Film um die Biographie von Johnnie Cash inszeniert hatte, an das Original aus dem Jahre 1957 von Delmer Davies um hier ein einwandfreies Remake auf die Beine zu stellen, was dem Western-Genre neues Leben einhauchen soll.
Es geht um den Rancher Dan Evans (Christian Bale), der sich und seine Familie nur schwer über die Runden bringen kann und zu allem Unglück noch als ehemaliger Scharfschütze im Bürgerkrieg ein Bein verlor und dieses Handicap ihn nun auch zusätzlich behindert. Denn Respekt seines 14-jährigen Sohnes William (Logan Lerman) schon längst verloren wird Evans auf einmal Zeuge eines Überfalls auf eine Postkutsche. Ben Wade (Russell Crowe), der Anführer der kompromisslosen Bande und zudem Verursacher des Überfalls, wird auch bald festgenommen. Evans erklärt sich bereit für eine Belohnung von 200 Dollar Ben Wade in einem gefährlichen Unterfangen nach Yuma zu bringen, wo ein Zug schon auf den charismatischen Verbrecher wartet und ihn abführen soll. Mit diesem Vorhaben will zugleich auch die Gelegenheit nutzen vor seinem Sohn auch mal als Held dazustehen und sich den nötigen Respekt wieder zurück zu erschaffen. Doch der Weg nach Yuma ist alles andere als einfach, denn Wades Gang und seine rechte Hand, der wahnsinnige Charlie Prince (Ben Foster), versuchen alles daran ihren Anführer und Boss zu befreien.
Eines kann man schon mal vorneweg sagen: James Mangold hatmit seinem Film eine herausragende Wiederkehr des Western-Genres fabriziert, sodas man dieses Genre, das vor allem in den 50er und 60er Jahren ihre Blütezeit erlebte, nicht als Tod bezeichnen kann. Denn Mangold vereint in seinem stilsicherem Remake die perfekten Actionszenen gekonnt mit der Geschichte und lässt diese auch meistens nur dann zu wenn es für die Handlung und das Geschehen notwendig. Erst im dynamischen Showdown kracht es aber dann so richtig, so dass es ein reiner Augenschmaus ist hier hinzusehen.
Doch der größte Pluspunkt des Films ist das brillante Auftreten der beiden Hauptdarsteller Christian Bale ("Batman Begins", "The Dark Knight") als hartnäckiger und stets ehrlicher Farmer Dan Evans und Russell Crowe ("Gladiator", "American Gangster") als charismatischer und undurchsichtiger Ben Wade, dessen eigentlich böser Charakter sich im Laufe des Films auch zu einer guten Seite wenden kann, die es sich hier nicht nehmen lassen ihr großes Schauspiel entfalten zu lassen. Denn was die beiden hier für ein Duell abliefern ist schon einzigartig. Aber auch Ben Foster ("30 Days of Night", "Hostage") als Ben Wades stets treue Hand Charlie Prince liefert eine beeindruckende Leistung ab. Ein unberechenbarer Charakter das mit seinem wahnsinnigen Gesichtsaudruck den puren Bösewicht klasse verkörpert. Der Rest der Besetzung mit Peter Fonda als McElroy, Logan Lerman als Evans’ Sohn William, Alan Tudyk als Doktor Potter oder Gretchen Mol als Evans’ Ehefrau Alice zeigen ebenfalls allesamt gute Leistungen.
Fazit: James Mangolds schuf mit seiner schlichten Regie ein famoses Western-Remake der brachialen, alten Schule. Denn "3:10 to Yuma" ist großes Stück Spannungs- und Starkino zugleich, das mit packend gesetzten Actionszenen, einer dramatischen Geschichte mit Gefühl und vor allem mit seinen beiden großartig aufspielenden Hauptdarstellern ein duftiges Zeichen im schon seit längerem rückgängig gehenden Western-Genre setzt, wovon es heutzutage leider nicht mehr viele dieser Art Film zu bewundern gibt.