Regisseur James Mangold ("Copland", "Identität") präsentiert mit "Todeszug nach Yuma" einen grundsoliden, aber nicht überragenden Western, für dessen grundsätzlichen Inhalt der 1957 erschienene "Zähl bis drei und bete" Pate stand.
50 Jahre später mimt nun "Dark Knight"-Star Christian Bale den Bürgerkriegsinvaliden Dan Evans, der sich zur Rettung seines Besitzes vor dem Ruin einer hochriskanten Gefangenenüberführung anschließt. Obwohl alsbald jede Menge Blei durch die Steppe fliegt und die hoffnungslos unterlegenen Gesetzeshüter nach und nach dezimiert, deutet sich zunehmend eine freundschaftliche Beziehung zwischen dem zurückhaltenden, aber zu allem entschlossenen Farmer und dem undurchsichtig bleibenden Gefangenen Ben Wade (Russell Crowe) an. Die Mission erscheint zunehmend aussichtslos...
Im Prinzip funktioniert "Todeszug nach Yuma" zunächst auch recht gut. Nach einer etwas längeren Anlaufphase werden dem Zuschauer gleichermaßen harte wie ansehliche Actionszenen geboten, die sich perfekt in die Handlung einfügen und zu keinem Zeitpunkt deplaziert oder plakativ erscheinen. Der Spannungsbogen steigt kontinuierlich an, bis es schließlich im Städtchen Yuma zum großen Showdown mit Wades rücksichtsloser Bande kommt.
Daneben gewinnen auch die beiden durch Bale und Crowe vorzüglich dargestellten Hauptcharaktere im Verlauf der durchaus dialogintensiven Handlung eine überdurchschnittliche Menge Profil. Interessante Nebenfiguren komplettieren das namhafte Ensemble.
Somit könnte eigentlich alles wunderbar sein, wäre da nicht ein doch erhebliches Glaubwürdigkeitsdefizit, welches gerade im Finale - zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt also - besonders schwer zum tragen kommt: Der für die letzten Filmminuten essenzielle Gesinnungswandel des Gefangenen Wade bleibt schlicht nicht nachvollziehbar! Dies fällt selbst dem nur mit mäßiger Konzentration präsenten Zuschauer auf und zerstört radikal den bisher über weite Strecken präsenten Eindruck einer "runden Sache ".
unausgegorenes Handlungselement eine für den Gesamteindruck derart zerstörerische Wirkung entfaltet, wie es hier der Fall ist! So ist es fast schon doppelt schade, wie sich aus diesem Grunde die hier erbrachten exzellenten schauspielerischen Darbietungen (ein ganz besonderes Schmankerl ist da natürlich Genreveteran Peter Fonda) und die durchweg überzeugende technische Umsetzung des knapp zweistündigen Höllenritts ein Stück weit relativieren.
Als ebenfalls störend erweisen sich rückblickend einige kleinere Längen, die sich besonders im ein oder zwei "Stationen" zu viel aufweisenden Mittelteil der Handlung (dem eigentlichen Ritt nach Yuma) bemerkbar machen.
Fazit: Zweifelsohne ein unterhaltsamer Western der alten Schule, der mit seinen famos aufspielenden Stars und seinen ruppigen Actionszenen zu punkten vermag. Der große Wurf jedoch bleibt Regisseur Mangold vor allem aufgrund des nicht vollständig überzeugenden Drehbuchs verwährt...