Guten Tag,
die Frage nach dem Sinn und Zweck von Remakes darf wieder einmal gestellt werden, denn was Rob Zomie mit seiner Neuinterpretation von John Carpenters Kultfilm abliefert, das bleibt über weite Strecken nichts als ein blutiger Neuaufguss.
Lediglich in der ersten Hälfte des Films wirft er einen Blick auf Michaels Vorgeschichte. Und da fällt ihm leider nichts besseres ein, als den Jungen als Produkt einer Umwelt aus Suff und familiärer Gewalt darzustellen.
Mit anderen Worten: Der Michael is´ nix weiter als ein stinknormaler Serienkiller von nebenan.
Diese "Neuerung" hätte man sich getrost sparen können, zeugt sie doch lediglich von Ideenarmut und dem Bemühen sich wenigstens eine Kleinigkeit vom Original zu unterscheiden.
Womit Zombie eine halbe Stunde Filmzeit vergeudet, dafür genügte Carpenter damals seine verstörende Eröffnungsssequenz. Und was jeder Drehbuchschreiber im "Grundkurs Drehbuchschreiben" vermittelt bekommt, das nämlich, wer das Unerklärliche zu erklären versucht, es lediglich weniger bedrohlich erscheinen lässt, das opfert Zombie für ein paar weitere, zugegeben gut gemachte Blutbäder.
Was in der zweiten Hälfte folgt, dass ist von Zombie bereits gewohntes Splatterkino inkl.alter Bekannter, wie zum Beispiel Danielle Harris, die schon in HALLOWEEN 4 + 5 als kleine Jamie zu sehen war.
Was die Teenagermorde angeht, bleibt Zombie ganz dicht am Original, und gerade da hätte dem Film der ein oder andere "kranke" Einfall gut getan.
Doch wo im Original Spannung aufkam, da regiert bei Zombie lediglich der Blutrausch.
Und abschließend tut es mir um all die jungen Leute Leid, die fortan das großartige Original am aufgeblasenen Remake messen werden. Wie ich vernahm, wird auch schon am Remake von THE THING gewerkelt.
Fazit:
HALLOWEEN 2007 - Eine Ikone wird zum Abziehbild