ACHTUNG: Ich gehe auf Ende und Details ein!
Gleich vorweg: Dieser Film ist nicht gut. Und Rob Zombie ist
leider auch kein guter Regisseur - nie gewesen. Dennoch sehe ich etwas in
seinem Werk, was mich stets zurück ins Kino lockt - und so war es auch hier.
Halloween mutet uns erstmal einiges zu: Die Dialoge wirken völlig
unbeholfen - Hauptsache es wird viel geflucht und idiotensicher erklärt... Die
Erzählperspektive springt munter umher, wobei Zombie es bei fast keiner Figur
schafft auch nur ein loses Interesse beim Zuschauer zu kreieren. Dem arbeitet
gut zu, dass die Einstellungswahl völlig willkürlich wirkt. Die Kamera haftet
stets eng an jeder x-beliebigen Nebenfigur. Zombie scheint sich stets für das Erstbeste
zu entscheiden. Der Film ist außerdem zu hell geleuchtet, so dass weder die
finstere Atmosphäre des Originals noch das Zombie-typische Freakshowambiente
aufkommen können. Auf den ersten Blick scheint nichts an diesem Film durchdacht
zu sein.
Dennoch: Es gibt etwas an Zombies Ansatz, was einen zweiten
Blick wert ist. In Carpenters Original bricht das Grauen auf unerklärliche
Weise in eine weiße Mittelklasse Kleinstadt an. Das fehlende Motiv und das
plötzliche apathische Verhalten des jungen Michael Myers machen den Horror aus.
Rob Zombie hat einen grundsätzlich anderen Ansatz: Michael ist in seiner
Interpretation nicht die Inkarnation des Bösen, sondern ein Opfer.
Um sich und seine Familie zu befreien tötet er Menschen, die
er für böse hält. Die Konsequenz ist, dass er weggesperrt und ihm alles
genommen wird. Er sieht seine Schwester nie wieder und seine Mutter nimmt sich
bald darauf das Leben. Selbst Dr. Loomis ist vorwiegend an der Vermarktbarkeit des
Falles interessiert.. Nun verschließt Michael sich der Außenwelt und sammelt 15
Jahre lang Kräfte -Er wächst zu einem unglaublichen Wesen heran- um
auszubrechen und seine Schwester zu finden.
Diese Position, die Rob Zombie ähnlich auch schon in The
Devil's Rejects einnimmt, macht für mich die Qualität seiner Arbeit aus. Auch
wenn er nicht in der Lage ist es angemessen auf die Leinwand zu bringen, glaube
ich, dass in Zombies Filmen eine unangenehme Wahrheit, sowohl über die
amerikanische Gesellschaft, als auch über Menschen an sich steckt, die mich
umtreibt.