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Rob Zombie hat tatsächlich ein paar Dinge richtig gemacht bei seiner Neuverfilmung des Klassikers Halloween – allerdings auch einiges falsch und vor allem einen entscheidenden Fehler, nämlich dass er es überhaupt gewagt hat, Carpenters Meisterwerk anzutasten. Was Zombie zumindest ansatzweise richtig gemacht hat ist die veränderte Erzählweise, denn das Original gibt ja bereits storytechnisch nicht viel her (was letztlich dort kein Manko ist). Entmystifizierung hin oder her, es ist schließlich interessant Michale Meyers Kindheit zu zeigen um zu erklären, wie er geworden ist was er, na ja, dann eben ist – ein psychopathischer Killer. Leider ist der Beginn Psychologie mit dem Holzhammer und sehr plakativ und klischeehaft. Ok, wir sind zwar in einem Horrorfilm ohne Anspruch, blöderweise widerspricht das Menschliche des Kindes dem Unmenschlichen, Übernatürlichen des Killers. Während John Carpenter uns gar keine Gelegenheit gab, zu fragen, was das alles soll, wird Zombies Remake zu einem einig großen Fragezeichen, wobei ich mich dann irgendwann erwische, alle Ungereimtheiten des Films zu zählen – und das sind einige. Allerdings sollte hier die schauspielerische Leistung von Daeg Faerch gelobt werden, der den kleinen Michael Meyers spielt.

Zombie hat noch ein paar andere Dinge weitgehend richtig gemacht, vor allem, dass er konsequent sein eigenes Ding durchgezogen hat. Sein Faible für den amerikanischen Horror/Terrorfilm der 70er scheint auch hier an allen Ecken und Enden durch mit viel Geschrei, entblößten Brüsten, dem passenden Soundtrack und ziemlich sleazy. Auch der Einsatz von Filmausschnitten alter Horrorschinken im Fernsehen, einschlägige Schauspieler (z.B. Ken Foree aus Dawn of the Dead, die TDR Crew, die personifizierte 5-Sekunden-Rolle Udo Kier, Brad Dourif, etc.) Das alles ist nett anzusehen hat aber auch einen Nachteil: War z.B. TDR als reine Hommage an diese Art des Films gedacht, funktioniert das bei Halloween nur bedingt, da sich das Remake einfach mit dem Original messen muss. Und so erscheint die neue Version oftmals regelrecht gewollt. In gewisser Weise ist die neue Version natürlich moderner als die alte, vor allem was die Brutalität der Morde angeht – als Michael seine eigene Familie dahinmetzelt ist das noch schockierend, später aber nur noch langweilig. Nur zum Finale schafft Regisseur Zombie es noch einmal, an der Spannungsschraube zu drehen. Dazwischen muss man leider oftmals mit dem Einschlafen kämpfen. Grund hierfür ist auch die Zweiteilung der Geschichte, auf der einen Seite die zwar plakative aber dennoch interessante Darstellung der Kindheit und Anstaltsjahre auf der anderen Seite die am Original orientierte Geschichte, die uns aber nun keine Zeit mehr zur Identifikation mit den zukünftigen Opfern lässt.

Fazit: Rob Zombie hat mal wieder seine Liebe zum Horrorfilm gezeigt, ist aber mit seiner Liebe etwas zu weit gegangen. Halloween (2007) ist zwar nicht unbrauchbar und hat auch seine guten Momente, letztendlich aber doch ein unnötiger Aufguss. 5/10 Punkten (inkl. einem Extrapunkt für den Mut).

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