Halloween
Verdammt Rob! Hättest Du nicht die Finger von dem Stoff lassen können? Müssen wir jetzt auch noch unbedingt erfahren wie Michael Myers zu dem Killer wurde, der er nun mal dann zig Teile - mal recht mal schlecht – war und vor sich hin killte, fiel und wieder aufstand? Lecter, Jigsaw, Leatherface und jetzt also du? Fehlt nur noch Jason und Krüger! Es ist doch wirklich schade, solche Figuren des Genres ständig krampfhaft entmystifizieren zu müssen. Man beraubt ihnen dadurch einiges von ihrer Atmosphäre und das schadet dem ganzen Film, in manchen Fällen sogar der ganzen Reihe. Wie sieht es jetzt bei Zombie’s Halloween aus.
Rob Zombie wagt sich also an John Carpenters Horror-Klassiker "Halloween - Die Nacht des Grauens" heran. Zombie ist ursprünglich ja Musiker und wurde vom Fan zum Regisseur. Wenn man ihm eines nicht vorwerfen kann, ist es, dass er wirklich mit ganzem Herzen dabei ist. Ähnlich wie Tarantino schart er gerne die gleichen Schauspieler um sich und die musikalische Untermalung ist ihm ebenfalls sehr wichtig. Schauspielerisch passt auch fast alles, da ist Sheri Moon Zombie (also abermals Rob’s Frau, die auch schon bei seinen ersten beiden Filmen „Haus der 1000 Leichen“ und „TDR“ die Baby Firefly spielt) als Michaels Mutter und William Forsythe als unerträglicher Stiefvater und dem überzeugenden Donald-Pleasence-Erben Malcolm McDowell als Dr. Loomis. Dazu noch Danny Trejo, Udo Kier und einige JungdarstellerInnen. Das passt alles. Lediglich der ehemalige Wrestler Tyler Mane als „erwachsener“ Michael Myers ist zwar körperlich beeindruckend, aber das war es dann aber auch schon. Die musikalische Untermalung ist top, da auch das ursprüngliche markante Thema Verwendung fand.
Die Handlung? Zombie zeichnet mit harten Bildern und Worten das ab, wo sich das Original ausgeschwiegen hat. Wir erfahren, wie Michael auf die Maske kam, dann springt Zombie über die Jahre, um die Vorlage von 1978 einzuholen. Und da versagt er. Im Gegensatz zu den anderen oben angesprochenen Prequels funktioniert Zombie’s Werk eben nur solange es ein Prequel ist, eben die erste Stunde. Da holt er klassische Slasher-Elemente raus, macht schon ein paar Referenzen an das Original und hat auch den für so eine Story nötigen Härtegrad justiert. Der kleine Michi (Daeg Faerch) hat es nämlich in sich. Wenn er loszieht, funktioniert der Horror und schockt. Der Film hätte richtig klasse werden können, wenn man ihn konsequent mit Fokus auf die mordende Unschuld, als Zuspitzung auf die Ereignisse des Allerheiligen-Vorabends in Haddonfield inszeniert hätte. Mit einem Knalleffekt zum Schluss, dass es eben der kleine Junge war. So ist nach der guten Einführung eben Schluss und dann Hausmannskost angesagt. Und Mainstream ist Zombie’s Sache nicht.
Wegen der ersten Stunde – die wirklich gut ist – gibt es trotzdem 7 Punkte.
Rob mache lieber einen dritten Teil mit der Familie Firefly.