Rob Zombie's Halloween
Einer der einflussreichsten Horrorfilme der 89er Jahre hat 2007 seine Neuverfilmung erfahren. Doch kann das gutgehen?
Story:
Der zehnjährige Michael Myers (Daeg Ferch) wohnt zusammen mit seiner Mutter, ihrem invaliden Freund Ronnie und seinen beiden Schwestern Judith und „Boo“ in Haddonfield, Illinois. Michael ist psychisch instabil, weil er von Ronnie und seiner Schwester Spott ertragen muss. Dieser Frust ent-lädt sich bei ihm durch Foltern und Töten von Kleintieren. Nachdem Michael eines Tages sich auch noch dem Spott seiner Mitschüler ausgesetzt wird und am Halloween-Abend von seiner Familie versetzt wird, brennen bei ihm die Sicherungen durch und er startet einen Amoklauf unter seinen Peinigern, der einem Klassenkameraden, seiner Schwester und ihrem Freund, sowie Ronnie das Leben kostet. Nur seine kleine Schwester „Boo“ überlebt. Als seine Mutter von der Arbeit nach Hause kommt, wird sie Zeuge des schrecklichen Blutbades und lässt Michael von der Polizei ab-transportieren. Unter der Aufsicht des Psychologen Sam Loomis (Malcolm McDowell) verbringt Michael mehrere Jahre in einer Irrenanstalt und verstummt zusehends. Eines Tages gelingt Michael durch die Unachtsamkeit der Wärter die Flucht. Dr. Loomis heftet sich an seine Fersen, um das Schlimmste zu verhindern, da er davon ausgeht, dass Michael seinen Rachefeldzug beenden will, der vor Jahren begonnen hat.
Kritik:
In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass die Filmindustrie immer einfallsloser wird und wir Film-fans werden monatlich mit Neuverfilmungen von Klassikern konfrontiert. Nur geht das inzwischen schon soweit, dass Filme eine Neuerfilmung erfahren, die noch gar nicht so alt sind oder, noch schlimmer, eine Neuverfilmung niemals nötig gehabt hätten. Im Jahr 2007 hat es dann Halloween erwischt. Einen der Pioniere des modernen Horrorfilms und ich war von Anfang an ziemlich skep-tisch, zählt doch Halloween zu meinen absoluten Lieblingsfilmen. Als ich dann endlich in den Ge-nuss des Filmes kam, war ich maßlos enttäuscht. Was mich von Anfang an gestört hat, ist die Ver-lagerung der Geschichte in das „White-Trash“-Milieu. Es ist zwar lobenswert, dass Rob Zombie, der ohne Zweifel über ein großes Talent verfügt (siehe u.a. seine alten Musikvideos, Haus der 1000 Leichen, TDR), seinen eigenen Stil in den Film bringen will, aber irgendwie passt das alles nicht so zusammen. Auch wirkt die Motivation von Michael Myers etwas klischee- und schablonenhaft: Ein Junge aus einem schlechten Elternhaus, der in der Schule auch noch gehänselt wird zum Amokläu-fer. Da war die Motivation von Michael im Original treffender: Es gab nämlich keine und das machte es in meinen Augen gruseliger, weil der Charakter weniger fassbar war.
Theoretisch hätte man noch über den Stilbruch hinwegsehen können, wenn Rob Zombie den Film von Anfang bis Ende als Neuinterpretation angelegt hätte, doch ab der Hälfte des Filmes, als der nun erwachsende Michael aus der Anstalt ausbricht, wandelt sich die anfängliche Alternativvariante zu einem schlichten Remake. Das nimmt dem Film dann völlig den Überraschungseffekt (besonders für Kenner des Originals) und wirkt auch ziemlich hastig heruntergespult.
Weiterhin stört die fehlende Subtilität des Originalfilms bezogen auf die Mordszenen. Nicht nur, dass der Bodycount massiv erhöht wurde, die Morde fallen auch weit blutrünstiger aus und schla-gen in die Kerbe des momentan leider vorherrschenden Foltertrends (Hostel, SAW 2-4 usw.). We-nige ist manchmal mehr.
Fazit: Die Geschmäcker sind bekanntlich unterschiedlich und ich habe auch bereits viele gute Kriti-ken über den Film gelesen. Mir als Halloween-Fan der ersten Stunde hat diese Neuinterpretation des Stoffes hingegen leider absolut nicht gefallen. Deshalb hoffe ich, dass die Halloween-Reihe nun endlich in Frieden ruhen darf und wenn unbedingt noch einmal eine Fortsetzung her muss, dann lieber eine von der Originalreihe. Hoffentlich werden die Remakes von Freitag der 13. , Nightmare und wie sie alles heißen etwas besser werden.