Review

Voller Skepsis bin ich an Rob Zombies Remake des Klassikers herangegangen und wurde in meinen Befürchtungen zunächst auch bestätigt: Der erste Teil des Films mit seiner Mischung aus Sozialstudie und Karikatur (da viel zu übertrieben, um sie ernstnehmen zu können) des „White Trash" hat in anderen Filmen vielleicht durchaus seine Existenzberechtigung, nicht aber in "Halloween". Offensichtlich hat Zombie Carpenters Intention, das unfassbare, UNERKLÄRBARE, motivlose und schon gar nicht therapierbare Böse bewusst in eine Allerwelts-Mittelklasse-Familie in einer idyllischen Kleinstadt hineinzugebären, nicht verstanden oder er wollte gezielt damit brechen, um mehr Geschichte zu haben und vermeintlich zeitgemäßere Stilmittel verwenden zu können, wie z. B. das sich den gesamten Film durchziehende, vulgäre Gequatsche. Aber ist das "Kiss"-T-Shirt nicht etwas ZU zeitgemäß...? Ähem… Wie auch immer, der Rest des Films entschädigt für den Super-Nanny-Rip-Off der ersten halben Stunde: Sobald Myers seine berühmte Maske hat, wird düster und dreckig nach allen Regeln der Slasher-Kunst gemetzelt, wie schon lange nicht mehr. Da wird nicht mehr erklärt und nicht mehr karikiert, da gibt's auch keinen unpassenden Humor oder sonst Irgendetwas, sondern einfach Terror und Wahnsinn pur, wie ich ihn zuletzt beim erstmaligen Anschauen von HALLOWEEN IV oder beim Finale des TCM-Remakes verspürte, nur noch heftiger. Atmosphäre, Kamera, Effekte - hier stimmt alles. Und Scout Taylor-Compton gibt eine grandiose Scream-Queen ab. Zombie hätte gut daran getan, den gesamten Film so zu gestalten, dann wär's ein echter Hit geworden.

Details
Ähnliche Filme