Der junge Michael Myers hat eine schwere Kindheit. Sein Vater ist ein verkrüppelter Alkoholiker, seine Mutter tanzt in einer Nacktbar und mit seiner älteren Schwester kommt er auch nicht gut aus. Als er beginnt Tiere zu foltern und töten, schaltet sich der Schulmeister ein. Er empfiehlt den Kinderpsychologen Dr. Sam Loomis. Doch die Mutter lehnt ab. Die Folge: Michael Myers tötet fast seine ganze Familie und wandert für fast 20 Jahre in eine Anstalt. Und nun bricht er aus, um an Halloween erneut Haddonfield heimzusuchen
Ich finde wenn einem Film unbedingt ein Remake-Schicksal bevorsteht, gibt's es schlechteres, als wenn dies Rob Zombie übernimmt. Haus der 1000 Leichen und Devils Rejects zeigen ja das Herr etwas von Horror versteht und auch gleich die halbe Crew mitgebracht hat (man achte in Kleinrollen auf Sid Haig, Bill Moseley, Leslie Easterbrook, Danny Trejo, Sheri Moon Zombie). Die Rolle des Dr. Loomis mußte notgedrungen durch den Tod von Donald Plaesence mit Malcolm McDowell umbesetzt werden, was sich aber in etwa die Waage hält. Die einzige, die beide Halloween Generationen erlebt hat dürfte damit Danielle Harris sein, die hier wieder die Rolle der Babysitterin Annie aufgreifen darf.
Die Story dürfte allgemein bekannt sein, bis auf kleinere Änderungen. Hier ist Michael bereits 10 (und nicht sechs wie im Original) und darf nicht nur seine Schwester erdolchen, sondern, wenn man denn gerade dabei ist, auch fiese Mitschüler, den Adoptivpapa und den Bespringer des Schwesterchens. Außer Mutti und Baby wird niemand mehr zur nächsten Familienfeier kommen.
Allerdings fällt auch auf das die Stile der beiden Regisseure zum Herangehen an das Thema unterschiedlicher kaum sein könnten. Während Carpenter eher mit dem subtilen Horror arbeitet, wenig Blut versprießt und den Horror eher im Kopf des Zuschauers stattfinden läßt, ist Zombie eher der Mann fürs Grobe. Hier wird munter mit Blut um sich geworfen und die Kamera hält dazu munter drauf. Eine Variante mit der man durchaus leben kann und nicht ein bloßes Neuabfilmen darstellt. Auch eine gute Entscheidung des Remakes war es beinahe ein Drittel der Laufzeit der Kindheit Myers zu widmen, was beim Original doch etwas schnell abgearbeitet wurde. Auch das Familienumfeld wird gezeigt und mal ehrlich, hier sind die Myers beinahe schlimmer als die Fireflys, da bleibt einem als kindliche Seele kaum etwas anderes übrig als zum Psychopathen zu reifen.
Ab dem Erwachsenenalter wird dann doch eher die Slasherroutine durchgezogen. Die Babysitter Branche hat Verluste zu beklagen und auch die berühmte Szene als Michael einem Jugendlichen am Kopf hochzieht und mit dem Messer an die Wand pinnt wurde komplett übernommen. Mir hat dieses Remake, im Gegensatz zu den meisten anderen, wirklich gut gefallen, besonders da es auch noch zusätzliche Information dem Myers Mysterium abgewinnen kann und für mich locker in Koexistenz zu Carpenter 1978 leben kann. Schade nur das dieser gute Eindruck mit Schmackes in der Fortsetzung zunichte gemacht wurde.
8/10