Review

Rob Zombies vollkommen misslungenes Remake hat offenbar die Tendenz, sich kurz nach jeder Sichtung wieder flugs aus dem Gedächtnis zu verabschieden... was ich ihm allerdings eher zugutehalten möchte, der Streifen verkleistert und verpestet einem wenigstens nicht auf Dauer das Hirn. Zombie gibt sich redlich Mühe, die Figur des Michael Myers während der ersten Filmhälfte ausführlich zu entmystifizieren und einen Erklärungsversuch für die angeknackste Kinder-Seele in zerrütteten Unterschichten-Familienverhältnissen und Schul-Mobbing zu liefern, was ja eigentlich an Banalität nicht zu unterbieten ist... und was dann doch so breit ausgewalzt wird, dass man sich permanent fragen muss, ob er Carpenters Original denn nun WIRKLICH überhaupt nicht kapiert hat, oder doch nur der falsche Mann für den Stoff an sich gewesen ist und halt dummerweise Carte blanche von Produzenten-Seite hatte, um die IP durch die Mangel zu drehen, wie es ihm gerade beliebt. Vereinfacht gesagt läuft es nun darauf hinaus, dass klein Michael zum Messer greift, weil Mutti halt 'ne Schlampe ist und man ein paar Mal zu oft "Schwuchtel" zu ihm gesagt hat (Rob Zombie und sein verfickter Gossen-Jargon, ey!). Das sind mehr Infos, als man je haben wollte... und wie viel eleganter und verstörender erscheint einem dagegen Carpenters Ansatz im '78er-Original ganz einfach auf jedwede Motivationserklärungen zu verzichten. Letztendlich ist die komplette Demontage der Figur aber doch für die Katz' und der Streifen generiert daraus keinen Mehrwert, wenn er in der zweiten Hälfte doch nochmal gerafft die Handlung des Originals durchhechelt (wofür Zombie inszenatorisch, mal abgesehen von der Shaky-Cam in den Mord-Szenen, nichts weiteres einfällt, als Einstellungen und Bild-Kompositionen von damals eins zu eins abzukopieren). Der Sprung vom nervigen Bratzen-Kind zum stummen, quasi-unverwundbaren zwei Meter-Hünen mit Superkräften ist übrigens schwer zu schlucken, denn anders als Conan der Barbar dreht Michael Myers ja zwanzig Jahre lang nur im übertragenen und nicht wörtlichen Sinn am Rad, das mal nur nebenbei. Nun ja... is' ja jetzt auch wurscht. Wie sich herausgestellt hat, ist das Original seit vierzig Jahren nicht zu schlagen und auch weiterhin so zeitlos, dass sich selbst die aktuellen Kino-Fortsetzungen wieder direkt darauf beziehen, während die 2007er-Neuauflage bereits im Ansatz gescheitert und jetzt schon Schnee von gestern ist.

2/10

Details
Ähnliche Filme