Review

Bereits nach den ersten Momenten wird ersichtlich: Das ist Poly-Crap!
Im B-Movie Bereich ist es selten als positive Vorraussetzung zu werten, wenn Beteiligte der Crew auch vor die Kamera treten, doch in diesem Fall bewahrheiten sich sämtliche Vorurteile ohne Ausnahme. Was als düsterer Erotik-Krimi mit Horror-Anleihen gemeint ist, entpuppt sich als total verkorkstes Machwerk, dem selbst die Softcore-Szenen weitere Todesstöße versetzen.

Ohnehin kommt man ganz schlecht rein, beliebig wechselt die Szenerie von einem Leichenfundort über das Privatleben eines Cops, hin zu einer Psychologin bis zu einem Strip-Club und einem Zuhälter im anschließenden Verhör.
Erst mit der Zeit ergibt sich, dass ein Serienkiller umgeht, den Opfern religiöse Symbole eintätowiert und bei jedem gezielt ein Körperteil abtrennt. Zwei Cops gehen dem nach und wühlen sich durch ein kaum charakterisiertes Geflecht von Verdächtigen, die sich wiederum gegenseitig misstrauen.

Dabei stößt die geschlechtsspezifische Darstellungsweise nach kurzer Zeit bitter auf. Sämtliche Frauen sind entweder Schlampen oder lesbisch, meistens eher beides, während alle Kerle, egal in welcher Situation, nur ans Flutschen denken. Man wähnt sich in einem Softporno mit Nebenhandlungssträngen.

Die gibt es, neben den zaghaften Erotikszenen tatsächlich und die beiden Cops, die mit ihrer unorthodoxen Behandlung von Verdächtigen zumindest für Abwechslung sorgen, lassen für kurze Momente sogar ein wenig Interesse aufkommen.
Die komplette Umsetzung ist jedoch ermüdend. Die fahrige Erzählweise mit den hölzernen Darstellern ohne charakteristischen Hintergrund lässt die eigentlichen Morde (von denen man weder während noch nachher wirklich etwas zu sehen bekommt) ziemlich in den Hintergrund treten. Vielmehr werden vage Zusammenhänge zwischen zwei Psychologinnen, einem gemeinsamen Freund derer und den Opfern hergestellt, - wie Psychologinnen wirken die Damen allerdings nicht, eher wie die zweite Wahl für eine Table-Dance-Bar.

Der Streifen versucht mit seiner sprunghafte Erzählweise cool zu wirken, Dilettantismus schimmert allerdings in jeder Einstellung durch und macht ihn zu einem dialoglastigen Etwas, das hauptsächlich aus Softcore und gestelzten, für das Vorankommen der Handlung überhaupt nicht nötigen Sätzen besteht.
Viel wird verhört, ausgefragt, um psychologischen Rat gebeten, und als Motiv für die Mordreihe muss einmal mehr die biblische Offenbahrung herhalten, obwohl Bischof Polykarp mit dieser nicht allzu viel zu tun hat.
Am Ende sitzen da drei potentielle Opfer, bereit zum Tätowieren und der/die Killer faseln dummes Zeug über Luzifer, sieben Gemeinden und selbst innerhalb des Showdowns wollen weder Spannung noch Tempo aufkommen.
Zwei, drei blutige Einschüsse bleiben als magere Ausbeute für Horrorfans, alle anderen dürften beim Ratespiel um den oder die Täter spätestens nach einer Stunde ermüdet sein.

Es ist schon reichlich doof, wenn eine Psychologin ihrer Patienten das Höpperli mit dem eigenen Freund verschreibt, aber es ist tierisch langweilig, den Auftritt einer viertklassigen Rockband in einem Club zu verfolgen und es ist total irrelevant, immer wieder Vater und Sohn einer Anwaltskanzlei einzubinden, die mit der Mordreihe rein gar nichts zu tun haben.
Kaum mehr ärgerlich ist es bei alledem, wenn die Tonabmischung so grauselig ausfällt, dass man Dialoge kaum versteht, sobald musikalische Untermahlung hinzukommt.
Die meisten Aussagen sind eh nicht so wichtig.

Am Ende können sich 82 Minuten mal wieder verdammt hinziehen, wenn überhaupt keine Atmosphäre aufkommt, man mit keiner der Figuren auch nur ansatzweise warm wird und sämtliche Erotikeinlagen nicht mehr als gelangweiltes Achselzucken ergeben.
Das Gesamtbild tendiert stark in Richtung Uwe Boll/Ulli Lommel und wer deren Produktionen meidet, sollte um diese ebenfalls einen großen Bogen machen.
2 von 10

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