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„Murder of Crows“ ist ein recht spannender Low Budget Thriller, der leider beim zweiten Ansehen weniger fesselt als beim ersten.
Lawson Russell (Cuba Gooding Jr.) ist an sich ein ziemlich guter Anwalt, der jedoch bei der Verteidigung des arroganten Thurman Parks III (Eric Stoltz) sein Gewissen entdeckt und den Fall niederlegen will. Dies rettet ihm ohne sein Wissen das Leben, denn eigentlich will ihn ein Maskierter ermorden, der jedoch abbricht, als er von Russells Vorhaben hört. Der Anfang des größtenteils aus einer Rückblende erzählten Films, ist recht spannend geraten, da der Zuschauer noch vollkommen im Dunkeln wandelt.
Russell bekommt nicht die Erlaubnis dazu, aber macht Thurman im Zeugenstand fertig – wofür er seine Anwaltslizenz verliert. Er geht nach Florida, wo er Touristen aufs Meer zum Angeln fährt und ein Buch schreiben will. Bei seiner Arbeit trifft er einen alten Mann, der ebenfalls ein Buch geschrieben hat, und freundet sich mit ihm an. Der alte Mann hasst Anwälte und hat ein Buch namens „Murder of Crows“ geschrieben, indem es um die Morde an Anwälten geht, und was brillant geschrieben ist. Die Exposition nimmt in „Murder of Crows“ eine recht lange Zeit, allerdings wird man sie nach Ende des Films mit anderen Augen sehen.

Der alte Mann stirbt überraschend, hinterlässt keine Verwandten und Russell besitzt immer noch das Manuskript, dass ihm sein Kumpan zum Probelesen gegeben hatte. Er gibt das Manuskript unter seinem Namen ab und verbrennt das Original. Das Buch wird veröffentlicht und ein voller Erfolg. Doch bald stellt sich Ernüchterung ein: Die Morde sind wahr und in dem Buch haarklein geschildert, weshalb die Polizei nun Russell für den Täter hält...
„Murder of Crows“ ist ein recht spannender Low Budget Thriller, der auf einer sehr interessanten Idee fußt. So kann auch vor allem der Beginn des Films fesseln, der sehr stimmungsvoll und langsam einleitet, auch wenn er einen recht großen Teil der Filmlänge beansprucht. Doch hier kann „Murder of Crows“ am meisten punkten, da der Film hier noch am wenigsten durchschaubar ist und man sich am meisten auf die Handlung konzentriert.
In der Mitte gibt es das übliche Hick-Hack zwischen dem Helden und der Polizei, ob er denn nun schuldig ist oder nicht. Wie im Genre üblich verdichten sich die Hinweise für die Schuld des Helden, der bald selbst ermitteln muss und dem im letzten Drittel das Wasser bis zum Halse steht. Hier ist der Film recht temporeich, wenn auch etwas handelsüblich.

Deutlich schwächer fällt leider das letzte Drittel des Films aus, in dem sich die Handlung dann auflöst. Der Showdown ist 08/15 und man hat ihn schon in ähnlicher Form zig mal gesehen, das Motiv des in Wahrheit Schuldigen ungefähr so alt wie das Genre des Thrillers selbst. Die Auflösung ist ganz überraschend, aber man kann sie sich auch unmöglich selbst konstruieren. Insgesamt gesehen ist der Film recht gut inszeniert, aber beim zweiten Ansehen fällt die Angelegenheit schon unspannender aus, wenn man die Zusammenhänge bereits kennt. Da hilft auch die relativ düstere Atmosphäre nicht mehr viel.
Cuba Gooding Jr. spielt die Hauptrolle mit relativ viel Hingabe und liefert eine überzeugende Leistung ab. Tom Berenger ist ganz OK, die restlichen Darsteller machen ihre Sache auch recht gut, aber eine weltbewegende Leistung erbringt keiner. Wenig überzeugend ist nur Eric Stoltz, der hier recht trockend und alles andere als packend agiert.

„Murder of Crows“ ist ein unterhaltsamer Low Budget Thriller, auch wenn der Film gegen Ende immer mehr in Routine versinkt. Vor allem beim zweiten Ansehen kostet dies dann Spannung.

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