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Da wünscht man sich glatt diese grobschlächtigen Horror-Thriller zurück, bei denen blutrünstige Untote die Gegend dominieren, weil das Militär mal wieder an biochemischen Kampfmitteln forschte oder irgendwelche Chemikalien ins örtliche Trinkwasser gelangten. Denn der von Sean Connerys Sohn Jason inszenierte Virusfilm ist in erster Linie eines: langweilig.

Diablo County, New Mexico: Fast gleichzeitig entdecken Veterinärin Sydney und Gerichtsmedizinerin Green drei unerklärliche, tödlich verlaufende Virusinfektionen. Das Gesundheitsamt schickt sogleich die Army unter der Leitung von General Marshal (Ray Wise) und stellt den Ort unter Quarantäne. Sydneys Kumpel Spencer hat derweil seine ganz eigene Theorie, inwieweit das Militär mit dem plötzlichen Virusausbruch im Zusammenhang steht…

Der Titel ist bereits ein wenig irreführend, denn der Outbreak beschränkt sich nach der rasch vollzogenen Quarantäne auf einen kleinen Landstrich in einer Wüstengegend und betrifft gefühlt 50 Leute, was von einer voll umfänglichen Pandemie weit entfernt ist. Für Schauwerte hätten die rund 750.000 Dollar ohnehin nicht gereicht, wobei der Einstieg mit einem infizierten Pferd und einem Farmer durchaus viel versprechend ausfallen, zumal die handgemachten FX bemüht aussehen. Wie wenig aus der Prämisse gemacht wurde, offenbart sich bereits kurz darauf.

Als die Army mit ihren Jeeps eintrifft, wird dies bereits als inszenatorischer Höhepunkt gefeiert, indem diverse Straßenverläufe mehrfach anvisiert werden und immer wieder gezeigt wird, wie Soldaten von der Laderampe springen. Was nach Großaufgebot aussehen soll, sind eigentlich nur zwei Fahrzeuge, deren Statisten kurz ausgetauscht werden. Indes kann sich die Heldin Sydney nicht als solche etablieren, denn anstatt nachzuforschen, kurvt sie durch den Ort und grüßt dabei sämtliche Passanten. Dieser Ablauf schien Connery so wichtig für die Geschichte, dass er eigens einen komplett ausgespielten Song drunter legte, - also fast vier Minuten.

Über das Virus erfährt man natürlich keine Details. So geht man wahlweise mit Handschuhen und Schutzmaske zur Untersuchung der wenigen Leichen vor, an anderer Stelle verzichtet man auf sämtliche Vorsichtsmaßnahmen. In erster Linie soll die Krankheit wohl das zentrale Nervensystem beeinträchtigen, wovon aber wenig zu sehen ist, denn der Einfachheit halber fallen die Betroffenen an Ort und Stelle um, während sich einige Adern verstärkt auf der Haut abzeichnen. Entgegen aller Erwartungen werden die Opfer nicht mehr, denn nach etwa fünf Toten im ersten Drittel wird dieser Aspekt aus der Handlung gestrichen.

So kommt es zwar mal zur kleinen Verfolgung durchs Gehölz und eine kleine Gruppe (drei Leute) demonstrieren gegen die Quarantänemaßnahmen, doch die Geschichte geht zu keiner Zeit auf Konfrontationskurs. Im Gegenteil, denn trotz einiger kruder Verschwörungstheorien wird lange debattiert und einmal mehr durch die Gegend gefahren, um die Laufzeit zu füllen.

Schade um Ray Wise, der eine grundsolide Performance als militärischer Leiter absolviert und sogar um kleine Nuancen bemüht ist. Ein Umstand, den man bei den übrigen Mimen vergebens sucht. Obgleich der Score fast durchgehend Großes zu untermauern versucht, - dergleichen ereignet sich hier gewiss nicht. Nahezu spannungsfrei mäandert die oberflächlich gehaltene Geschichte ohne jeglichen Drive vor sich hin und lässt die anvisierte Pandemie wie einen kleinen Schnupfen erscheinen.
3 von 10

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