Who Am I?
Jacky Chan ist zwar nicht Nobody, aber er wird alt
Himmel, was ist dieser Film langweilig. Obwohl ich mich selbst sicherlich nicht zu den größten Fans der Clownerien des Herren Chan zähle, mußte ich seinen Filmen doch in der Regel ein hohes Tempo und gekonnte Action(-Persiflagen) eingestehen. Bis allerdings Who Am I? ein wenig in die Gänge kommt, vergeht erst einmal ein gute Stunde übelster Ethno-Grütze. Dies ist ein Jackie Chan Film, also erwartet bitte keinen sensiblen Einblick in das Leben indigener Völker im Herzen des Schwarzen Kontinents! Kennzeichnend für den ersten Teil des Films, in dem Jackie Chan erinnerungslos und gehandicapt durch einen Kraal humpelt, ist die pejorative Perspektive der „zivilisierten“ Welt, auf die netten, ursprünglichen, aber eben doch etwas zurückgebliebenen Wilden: viel Slapstick und kontextuell arg ins karikaturenhafte überzeichnete Rituale. Das tut weh, auch die erneut hervorragende Arbeit von Kameramann Poon Hang-Sang ( u.a. A Chinese Ghost Story, Heroic Trio, The Kitchen) kann daran nichts ändern.
Im zweiten Teil des Streifens irrt Mr. Chan dann immer noch ohne Plan durch Rotterdam. Unwissentlich ist er eine zentrale Figur in einem argen Komplott von hohen CIA-Funktionären und der Rüstungslobby geworden. Die ermittelnden Behörden jagen ihn, weil sie in ihm einen der Drahtzieher der Affäre vermuten, und die, die wissen, daß er nicht mehr als ein Werkzeug war, wollen ihn ein für allemal zum Schweigen bringen. Eine ziemlich aussichtslose Situation, in die Jackie gestolpert ist, und natürlich muß er mal wieder, ganz auf sich allein gestellt, damit fertig werden. Das kennt man und hat man schon viel überzeugender gesehen.