Im Afrikanischen Dschungel: Eine Militäreinheit hat den Plan erfolgreich abgeschlossen, doch dann passiert ein Unglück, bei dem alle Soldaten außer einem sterben. Dieser wird von einem afrikanischen Volk gesund gepflegt und "Who Am I" genannt. Who Am I macht sich auf den Weg, seine Identität zurück zu bekommen und stößt auf Yuki, die momentan an einem Rally-Rennen teilnimmt. Sie nimmt ihn mit und zusammen gewinnen sie das Rennen. So kommt Who Am I in die Presse und zieht so die Hintermänner, Reporter und das CIA auf sich. Jemand will Who Am I tot sehen, und dieser will nur eines wissen: Wer er ist.
Mit who am I schuf Jackie ein richtig monumentales Werk, in dem er nicht nur mitspielt, sondern auch am Drehbuch und in der Produktion seine Finger drin hatte. Was allerdings als erstes auffällt ist das enorme Budget hinter dem Werk. Da tummeln sich High Tech Söldner in Dschungeldächern, in der Wüste Namibia treten locker über hundert Statisten zum Eingeborenen Square-Dance auf und auch sonst gibt's haufenweise Blechschäden, luftige Kamerafahrten und richtig aufwändige Stunts zu sehen, da kann man förmlich zusehen wie jede Minute die Hong Kong Dollars kullern müssen. Lediglich die CGI Explosionen können da nicht mithalten, aber gut, Jackie Chan hat mit Kollege Computer ja auch keinerlei Erfahrungen bisher gehabt.
Leider hat die Geschichte gerade zu Anfang einige Durchhänger. Bevor Jackie zu whoami wird, gibt's einen flotten Söldnereinsatz, um drei Wissenschaftler und ein Meteoritenfragment zu stehlen, die in Kombination eine Wunderenegiequelle ergeben. Denn nachdem er als einziger Überlebender seiner Einheit zurückbleibt und fortan unter heftiger Amnesie leidet, gibt es erstmal unnötig lang Impressionen aus Namibia und deren Ureinwohner zu sehen, bei denen Jackie gelandet ist (wie auch immer, der Einsatz war in dichtbewaldeten Gebiet und der Stamm lebt mitten in der Wüste). Auch die Rettung durch eine Ralleyfahrerin wird durch etwas albernen Klamauk unterfüttert, der hart an der Grenze zum gefürchteten Hong Kong Klamauk ist. Die Laufzeit an sich ist ohnehin recht lang, da hätte man schon gerne in der post production ein wenig kürzen können.
Ab dann wirds aber rasant. Spätestens ab dann, wenn sich der böse CIA Obermotz einmischt und Jackie endgültig das Licht ausblasen möchte, denn schließlich kann auch die praktischste Amnesie eine vorüber gehende welche sein. Auch der Humor wird zusehends westlichen Standards angeglichen und ab hier gibt's beinahe Action im Minutentakt. Dabei spielt Jackie hier nicht den Superkämpfer, sondern muß selber auch tüchtig einstecken oder sich durch Ideenreichtum wieder aus der Patsche helfen. Man merke hierbei, Kung Fu Kicks werden durch klassische holländische Holzschuhe noch einen ganzen Tacken schmerzhafter, als ohnehin schon.
Zum Showdown auf dem Hochhausdach wird's dann richtig edel. Was hier an Moves, Artistik und Martial Arts präsentiert wird, gehört schlicht in jede Best of Kung Fu Zusammenstellung und um dem Treiben die Krone aufzusetzen gibt's den Riesenstunt an der schrägen Fassade, natürlich von Jackie wieder selbst gemacht. Einziges, aber verzeihliches Manko ist nur, das wir Zuschauer im Gegensatz zum Filmcharakter auf die Frage Who am I keine Antwort bekommt. Ansonsten gibt es Chan in Reinkultur, mit haufenweise Ideen und spürbarer Spielfreude. Kompliment.
8/10