Geht schon arg in die Richtung des Exploitation-Genres, wenn man eine nackte Frau minutenlang durch farbenfrohe Naturlandschaften hasten sieht.
Menschenjagd ist wieder angesagt, doch anders als bei Wegbereitern wie „Beim Sterben ist jeder der Erste“ ist das Verhältnis zwischen Gut und Böse 1:1, - Jäger gegen Gejagte.
Das muss nicht unbedingt eintönig sein und ab dem Duell in freier Natur läuft´s auch rund wie ein Länderspiel, doch bis dahin hätte man gut und gerne auf die eine oder andere Szene in einem Strip Club verzichten können.
In diesen zieht es die junge Diana, die ins Kaff Santa Paula, New Mexico unter falschen Versprechungen gelockt wurde und dort solange als Tänzerin arbeiten muss, bis sie die Schulden bei ihrem Boss abgearbeitet hat. Auch neu in dem Kaff ist Deputy Dwight, dem das auffällige Verschwinden diverser Tänzerinnen und Prostituierten im Ort verdächtig vorkommt.
Und tatsächlich befindet sich Diana schon bald im Visier des Jägers, als sie ahnungslos in seinen Wagen einsteigt und sich kurz darauf splitterfasernackt inmitten einer Einöde wieder findet.
Die erste Dreiviertelstunde kommt dem Betrachter jedoch kein Stück entgegen, endlos ziehen sich redundante Szenen wie sich Diana mit ihrer Zimmergenossin kabbelt, ein paar Jäger zusammenkommen, sich Deputy Dwight mit seiner Frau unterhält oder auf der Bühne blank gezogen wird, während die Gruppe Rednecks davor mit Sabbern und Gejohle beschäftigt ist.
Irgendwann ist bei jedem Betrachter die Geduld erschöpft, dem nach Tempo und Verfolgung rünstet, denn die oberflächlichen Charakterisierungen hätten um rund 25 Minuten gestrafft werden können.
Sobald sich das Geschehen jedoch unter freiem Himmel bewegt wird es interessant, schon allein, weil das Zusammenspiel einer Nackten innerhalb schöner Landschaften erstaunlich gut harmoniert und die Kamera arg bemüht ist, explizite Perspektiven zu vermeiden (es bei genauerer Betrachtung aber auch nicht immer schafft).
Die Identität des Jägers ist schnell ausgemacht, allzu viel Personality bringt der aber nicht rüber, obgleich er recht gewissenlos vorgeht und auch bei zufälligen Passanten keine Gefangenen macht.
Opfer Diana hingegen entwickelt sich von einer naiven Tänzerin zu einer Gejagten, die während der Hatz dazulernt und auch zu Gegenangriffen ausholt oder sich kleine Hilfsmittel zur weiteren Flucht verschafft.
Allerdings hat man dieses Schema bereits ausgeklügelter vorgefunden, die Konfrontationen beinhalten kaum überraschende Maßnahmen und man ahnt bereits früh, wie der Zweikampf ausgehen wird, auch wenn noch diverse Randfiguren eingebunden werden.
Es wird durchs Wasser gehastet, sich auf einem Berg versteckt, der Jäger scheint mehrfach außer Gefecht gesetzt und steht doch wieder auf, weil man natürlich nie nachprüft, ob es den auch wirklich erwischt hat.
Leider ist mit dem etwas zu kurz geratenen Showdown noch nicht Schluss und man macht den Fehler, eine auf psychologischer Ebene völlig abstruse Wendung einzubauen, die ein wenig von dem mittlerweile positiven Gesamtbild zunichte macht.
Dieses ergibt sich überwiegend aus der Mischung ansprechender Schauplätze, solidem Acting auf B-Movie Niveau und einigen hanebüchenen Momenten, die eher unfreiwillig komisch anmuten. Dazu kommen spannende Temposzenen, reichlich nackte Haut und final ein paar wenige Gewaltmomente.
Bis zur Jagd geblasen wird, schadet es allerdings nicht, einige Passagen der ersten Hälfte in zweifacher Geschwindigkeit zu überfliegen…
6 von 10