Review

"Wieviel Schmerz erträgt man bis man jemanden tötet den man liebt?"

"WAZ" oder W-Delta-Z ist ein weiterer Auswurf der mittlerweile groß gehypten Folterfilmkampagne. Im Gegensatz zur "SAW" oder "Hostel" Reihe geht dieser hier andere Wege, reduziert sich auf 2 Cops die einen Serienkiller suchen und eine mathematisch-biologische Formel die Antwort zu oben gestellter Frage bringen soll.

Das Dreiergespann Stellan Skarsgård (Pirates of the Caribbean 2 + 3), Melissa George (30 Days of Night) und Selma Blair (Eiskalte Engel) harmoniert recht gut und zieht die Beziehungen zwischen ausgelaugtem, alterndem Cop, neuer, unerfahrener Polizistin und psychopathischer Serienkillerin glaubhaft zusammen.
Leider fehlt es den klischeehaften Charakteren an Tiefe. Trotz ausreichender Zeit, besonders im Mittelteil, wird kaum auf die Hauptprotagonisten eingegangen.

Atmosphärisch zeigt sich der Film durchgehend düster, dreckig und trostlos. Recherchiert wird in baufälligen, mit Malereien beschmierten Bruchbuden, chaotischen Labors oder verlotterten Fabriken. Nur selten steht ein Wechsel ins Polizeipräsidium an. Hierbei merkt man, dass sich an den Vorzeigefolterfilmen bedient wurde, was soweit aber passt.

Ein paar Actioneinlagen mit verwackelten Bildern und schnellen, abrupten Schnitten sorgen für Abwechslung aber auch für Unübersichtlichkeit.

Wer explizite Bilder erwartet wird enttäuscht werden. Lediglich zum Schluss wird eine Folterung auf vergleichsweise abartige Weise zelebriert, wobei vieles im Off passiert.

Was dem Film fehlt ist Innovation, etwas besonderes an das man sich nachhaltig erinnert. Bereits nach einem Drittel der Laufzeit sind Täter und Hintergründe geklärt. Dadurch erstreckt sich die Zeit bis zum Finale sehr schleppend. Selbst die "Überaschung" gegen Ende verblasst bzw. ist recht vorhersehbar. Allgemein ist die Storyline leider sehr durchsichtig, man denkt sich schon einiges im Vorfeld was dann auch tatsächlich eintrifft.

Von allem was einen guten, düsteren Cop-Thriller ausmacht ist etwas vorhanden. Interessante Charaktere, eine spannende Storyline, passende Atmosphäre. Leider wird nichts davon konsequent durchgezogen und auf ein höheres Niveua gebracht. Für Zwischendurch ist "WAZ" durchaus ansehlich, an die Referenzen reicht der Film aber in keinem Fall heran.

5 / 10

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