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Midnight Creep Train


Normalerweise/Oft gibt es in Horrorfilmen einen Bösewicht, einen Killer, eine Gefahr und etliche Opfer, Last Girls, Wegläufer. Hier ist es gefühlt mal andersrum, wenn ein paar Leute in einer nächtlichen U-Bahn vor etlichen Sektenanhängern flüchten, die scheinbar gerade alle von der gleichen Versammlung kommen, das Ende der Welt gekommen sehen und nun noch so viele Leute „retten“ wollen, wie möglich. Und die Rettung bringt natürlich nur ein gewaltsamer, möglichst schmerzvoller Tod...

„End of the Line“ ist ein kanadischer Geheimtipp und Konkurrenz für den nur kurze Zeit später erschienenen, wesentlich bekannteren „Midnight Meat Train“. Direkt zu Beginn gibt es einen brachialen JumpScare, der selbst hartgesottenere Horrorheads aufwecken sollte, die Atmosphäre ist schön düster und klaustrophobisch, zudem splattert es noch überraschend gut. Da werden schonmal Beile in Schädel gejagt oder Babies aus dem Bauch geschnitten - das dürfte jeden Gorehund zufrieden stellen. Darüber hinaus geben die (übersichtlich talentierten) Darsteller ihr Bestes, das Ganze verteilt ein wenig eine gewisse Millennium-Paranoia ala „End of Days“ meets „Wicker Man“. In Sachen U-Bahn-/Zug-/Untergrund-Horror, wo die Konkurrenz aber zugegebenermaßen bis heute auch übersichtlich geblieben ist, spielt das sicher oben mit. Selbst wenn das plötzliche Ende enttäuscht. Weitere Tipps in dieser Nische: „Howl“, „Stag Night“ und (wer es etwas klassischer mag) „Tunnel der lebenden Leichen“! 

Fazit: Hölle in der Metro, wer kennt es nicht. Apokalyptischer U-Bahn-Geheimtipp zwischen Carpenter und „Creep“ (der mit Franka Potente). Kanadisch, (anti-)katholisch, kess. Und sehr saftig obendrauf. Nächstenliebe auf die Spitze getrieben. Aber bitte nicht mit der grottigen deutschen Synchro gucken! 

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