Der Kinosommer 2007 reihte bisher eine filmische Katastrophe an die nächste! Und es wird nicht besser! Mit der dritten „Rush Hour" flimmert nun die x-te Fortsetzungsgeschichte des Jahres über die Leinwand.
Ausgerechnet bei der Zusammenkunft des Internationalen Strafgerichtshofes in L.A. wird auf den chinesischen Botschafter Han geschossen. Inspektor Lee kann es kaum glauben: Sein "Bruder" Kenji (Hiroyuki Sanada) ist in die Sache verwickelt. Da Han eigentlich die Namen der Triadenbosse preisgeben wollte, liegt es nun an Chan, die Hintermänner des Attentats zu finden. Eine heiße Spur führt ihn und seinen Partner Carter (Tucker) diesmal nach Paris ...
Alle Achtung! Ich war ja nun wirklich nicht gerade begeistert von Teil 1 und 2, aber die abgestandene, langweilige Grütze, die das eingespielte Team Chan/Tucker/Ratner hier fabriziert hat, ist zuviel des Guten!
Mit einem Budget von 140 Millionen Dollar (!) wäre doch bestimmt mehr möglich gewesen, als lediglich die gleichen Albernheiten der Vorgänger an einen neuen Schauplatz zu verlegen. So kumpeln und kalauern Inspektor Lee und der inzwischen zum Streifendienst ausgemusterte Carter den Franzosen die Birne matschig. Dabei muss Regisseur Ratner irgendwie vergessen haben, ordentliche Action im Streifen unterzubringen. Wo sind verdammt noch mal die immensen Kosten dieser Produktion zu sehen? Hat sich da etwa Jackie Chan die Taschen voll gemacht oder hat man die Kohle einfach in die Seine gekippt?
Es gibt nicht eine Actionszene; ausgenommen das Finale auf dem Eiffelturm; die auch nur ansatzweise als gelungen durchgehen könnte. Die Kampfchoreografie ist genauso banal wie die der Vorgänger - nur sind die Auseinandersetzungen und Stunts trotz gestiegenem Budget erstaunlicherweise weniger geworden. Jackie ist halt nicht mehr der Jüngste und muss sich zunehmend auf tricktechnische Hilfsmittel und Stuntdouble verlassen.
Das Beste an „Rush Hour 3" ist die Besetzungsliste. Neben dem immer überzeugenden Max von Sydow ("Needful Things", "Minority Report"), kann man Regielegende Roman Polanski ("Der Pianist") als sympathischen französischen Cop erleben. Hiroyuki Sanada („Last Samurai") wirkt indes unterfordert bis fehlbesetzt.
Gerüchten zufolge sollte ursprünglich sogar Steven Seagal in diesem lustlosen Streifen mitspielen. Schade, dass das nicht geklappt hat. Ein Duell der Vorruheständler hätte sicherlich für mehr Spaß gesorgt als die schon lange abgegriffenen Witze von Chris Tucker oder die 08/15-Kunststückchen von Jackie Chan.
Somit ist „Rush Hour 3" leider eine Enttäuschung hoch zehn! 3/10 Punkten.