Oh mein Gott, was ist bloß aus dem Jacky Chan geworden, den man so liebte, bei dessen Kampfszenen man sich dachte: "Wird der Mann eigentlich nie alt?". Leider kann man die Frage jetzt doch mit einem JA beantworten. Rush Hour 3 ist eine Tortur in ganzer Linie. Alles was man an den Vorgängern mochte ist sehr viel schwächer geworden, aber dazu gleich mehr. In Rush Hour 3 verschlägt es die beiden Cops Carter und Lee auf den alten Kontinent in das Land der Liebe, genauer, nach Paris. Nachdem der Chinesische Abgeordnete Han bei einer Konferenz in Los Angeles niedergeschossen wird, bekommen Carter und Lee die Aufgabe sich nach Frankreich aufzumachen. Dort sollen sie eine geheime Liste ausfindig machen, auf der die Triadenführer aufgezeichnet sind. Diese haben natürlich etwas dagegen und versuchen mit allen Mitteln die beiden durchgeknallten Polizisten daran zu hindern.
Zugegeben, man kann dem Film nicht alles schlechtreden, wie ich zu beginn getan habe. Immerhin ist die Chaostruppe bestehend aus Inspektor Lee alias Jacky Chan und Chris Tucker als Detective Carter hier und da für einen Lacher gut, vorallem dann, wenn sie einen kleinen Tanz einlegen oder in Kooperation einen Gegner ausschalten. Hier kann das gute Prinzip der ersten Teile wieder auftrumpfen. Jedoch sind diese Szenen deutlich seltener als in den guten Vorgängern. Desweiteren kann man beiden Schauspielern eine abfallende Formkurve erkennen. Während Chris Tucker immer noch den selben Blödelhumor hinunterspielt wie er ihn schon seit den ersten Minuten der Rush Hour Serie fabriziert, fällt vorallem bei Jackie Chan sofort auf, dass er so langsam aber sicher seinen Zenit überschritten hat. Gerade die eigentlich sehr guten actionlastigen Kampfszenen fehlen in Rush Hour 3 völlig. Es gibt zwar hier und da kleine Gefechte, aber eine richtig überzeugende Szene ist im Film nicht zu finden. Lieber Jackie, so gern ich deine Filme und Stunts mochte, die gute alte Zeit ist nun vorbei... Aber auch Chris Tucker kommt nicht ohne Makel hinweg. Dass sich die Grundzüge der Charaktere nicht ändern ist ja gemeinhin bekannt, aber dass sich die Figur kein bisschen verändert, finde ich persönlich etwas zu starr. Hat man sich im ersten Teil doch sehr über seinen frischen, dreisten Humor erfreut, so war es in Rush Hour 2 schon nicht mehr ganz so witzig. Leider setzt sich diese Folge weiter fort. In Rush Hour 3 arbeitet Tucker nur sein gewohntes Programm ab und gerade das schadet dem Film sehr.
Wie schon erwähnt ist der Humor bezogen auf die ersten Filme zum erliegen gekommen. Wenige Ausnahmen sind die gelungenen anspielungen an die beiden Vorgänger und die antiamerikanische Einstellung eines französischen Taxifahrers. Während er anfangs die beiden Cops nicht einmal mitnehmen will, würde er im Verlauf des Filmes sogar Menschen umbringen um ein Amerikaner zu sein (bzw ist das seine Vorstellung von einem Amerikaner). Zugegeben war es fast allein diese Figur die mich hin und wieder zum Lachen gebracht hat, und damit eigentlich einziger Höhepunkt im Film. Okay zugegeben die Outtakes haben auch wieder sehr viel Spass gemacht.
Was den Film allerdings wirklich in den Keller der Wertungen zieht, sind die teils sehr schlechten CGI-Effekte. Vorallem gegen Showdown am Ende des Filmes wird diese Technik sehr häufig angewand und ist immer für ungewollte Lacher oder pures Entsetzen gut. Vergleicht man die Computereffekte von Filme wie Stirb Langsam 4.0 (Budget ca 110 mio $) mit denen von Rush Hour. Ich frage mich eh wohin die 140 Millionen Dollar für die Produktion gewandert sind. Hier wäre mal wieder weniger mehr gewesen, vorallem weil man Jackie als Personifizierung von Superstunts sieht.
Wer Rush Hour 1 und 2 mochte und sich nicht von einem Stillstand des Humors und einer ganz schwachen Geschichte und einem total überflüssigen Subplot stören lässt, der ist auch mit Rush Hour 3 gut beraten. Wem einer dieser Punkte Schwierigkeiten macht, dem wird auch der Film zu einer Qual. Denn so gut wie die ersten beiden ist er in kaum einer Szene. Für mich persönlich war es sehr anstrengend und ich trauere meinem Geld für das Kino sogar fast hinterher...
FAZIT: 2/10