Was für ein Pech! Rush Hour 3 ergeht es leider wie den meisten dritten Teilen einer Reihe: Die Luft ist raus. Die Gags wollen diesmal nicht so recht zünden und auch actiontechnisch ist man von den Vorgängern Größeres gewöhnt. Schlecht ist der dritte Aufguss aber dennoch nicht - Das Dreamteam Chan/Tucker versprüht immer noch eine Menge Charme und Komik, wenn sie sich ordentlich in den Haaren haben. Problematisch ist nur, dass diese bekannte Formel diesmal nicht wirklich funktioniert, dafür ist die Story zu an den Haaren herbeigezogen und manche Witze zu abgedroschen und dazu noch klischeeüberladen. Es wird auf den üblichen, kulturellen Unterschieden rumgehackt. Diesmal muss Europa, genauer gesagt Paris, herhalten - Froschschenkelwitze ingebriffen. Wenn nicht gerade solche hundert mal durchgekauten Rohrkrepierer serviert werden, macht Rush Hour 3 doch eine Menge Spass: Atempause? Fehlanzeige! Der Film hat seine Momente, z.B.: Wenn die beiden Helden es mit einem zwei Meter großem Kung-Fu-Ass zu tun bekommen oder wenn Chris Tucker sein zweifelhaftes Gesangstalent zum Besten gibt, dann kommt Stimmung auf. Ein paar einfallsreiche Actionszenen wissen ebenfalls zu unterhalten. Ein Höhepunkt dürfte die Szene sein, in dem eine Motorradkollone versucht, das Taxi in dem Carter und Lee sitzen, von der Straße zu holen. Diese Verfolgungsjagd ist nicht nur ungeheuer witzig, sondern wartet auch mit recht spektakulären Szenen auf. Leider ist "Rush Hour 3" nur in eine 08/15-Geschichte eingewickelt, was ihm einige Punkte kostet.
Unterm Strich bleibt ein unterhaltsamer, kurzweiliger (80 Minuten) Film mit guten Momenten und ordentlichem Humor, der nur durch typische Klischees gebremst wird. Hätte man mehr Wert auf das Drehbuch gelegt, dann wäre Rush Hour 3 bestimmt ein tolles Finale geworden, so ist es nur ein ordentlicher Streifen mit kleinen Mängeln.