Der blaue Bussard
„Duel At Diablo“ weist Züge klassischer Western etwa von John Ford auf, hat aber auch deutliche Ecken des sozial engagierteren, reflektierter New Hollywood bis hin zum harten Neo-Western von heute wie „Bone Tomahawk“ oder „Brimstone“. Und diese jahrzenteumspannende Melange seines Genres, seiner Härten, seiner amerikanischen wie menschlichen Werte und Missstände, macht diesen Western in weiten Teilen zu einem kompakten Höllenritt, der dem dreckigeren Spaghettiwestern näher war als Rom. Erzählt wird von einem suchenden Scout, der zwischen Rache und Verzweiflung mit einigen militärischen wie nicht-militärischen Verbündeten zwischen die Fronten und auf die Abschussliste der Apachen gerät…
Einmal Hölle und zurück
Edel, sauber, heroisch - von diesen amerikanischen Westerntugenden ist in „Duel At Diablo“ nicht viel übriggeblieben. Die Schmerzensschreie schallen unvergesslich durchs Tal, der Widerstand, die Aggressionen aller Seiten führt unweigerlich zu Tod und Trauer. Es dürfen Gräber ausgehoben und Babies als Schutzschilde missbraucht werden. Trotz Mischlingen herrscht Missachtung, tiefe Täler und Schluchten. Poitier ist mal wieder sensationell. Die Landschaften können sich erwartungsgemäß sehen alles. Alles nimmt aber trotz dieser natürlichen Schönheit barbarische und unmenschliche Züge an. Ein Western, der seine dunklen Schatten vorauswarf. Vor allem die Action und Stunts zu Pferde haben es brutal in sich und wären heutzutage nicht mehr ansatzweise so denkbar. Selbst wenn er in seinen Grundzügen dann doch recht in gewohnten Bahnen verläuft - aber seine Details sind irgendwie gemeiner und grausamer.
Fazit: harter, staubiger, moralisch ambivalenter und sozialkritischer Western mit Starbesetzung, viel Schweiß, mehr Blut und einem guten Schuss Rassismus als Thema. Ein brandheißes Duell!