Review

Ohne Spoiler.

Im Gegensatz zur überwältigenden Mehrheit kann ich dem Film nichts abgewinnen.
Er besteht zum größten Teil aus - zugegebenermaßen - netten Landschaftsaufnahmen mit
belanglosen Episoden aus Christophers' Aussteiger-Trip, ergänzt durch Rückblenden in die Vergangenheit.
Inwieweit die einzelnen Stationen im Film mit denjenigen des echten Christopher McCandless übereinstimmen, kann ich nicht beurteilen; gegen Ende des Films werden die Vorgänge jedenfalls nur sehr verkürzt und an der Realität vorbei abgebildet. Warum hat man die Gelegenheit, hier endlich mal spannender zu inszenieren, nicht genutzt? Ich weiß es nicht. So plätschert der Film ohne Spannungsbogen fast 2 1/2 Stunden lang einfach dem Ende entgegen.

Ein Drama ist ein Drama und keine Dokumentation. Man sieht es sich an, weil man mit den Protagonisten mitleiden will. Sonst könnte man sich Verfilmungen von Biographien sparen und einfach Zeitungsausschnitte und Interviews mit Zeitzeugen filmen. Hier ist es jedoch schwer, mit dem Hauptdarsteller mitzufiebern. Denn: eine Entwicklung bzw. Reifung des Hauptdarstellers findet nicht statt; die Naivität, mit der er sich in sein Abenteuer stürzt, behält er von Anfang bis Ende bei.
Auch hier die Frage: warum gibt man der Hauptfigur nicht etwas mehr Tiefgang? Ich weiß es nicht.

Das Ganze hätte als reine Dokumentation mit echten Bildern aus Christophers' Leben sehr gut funktionieren können. Werner Herzog hat es mit seinem Grizzly Man vorgemacht.
Mit dem vorliegenden Werk kann ich nichts anfangen.

4 Punkte wegen der schönen Tier- und Naturaufnahmen und für gute schauspielerische Leistungen.

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