Review

Zuweilen kommt man mit den ganzen Begriffen um „Hill“, „House“ und „Haunted“ doch ein wenig durcheinander. Könnte man im ersten Moment doch glatt eine Fortsetzung des besten Spukhausfilms „Bis das Blut gefriert“ erwarten, so handelt es sich hier lediglich um ein Sequel zum Überraschungserfolg von 1999, „Haunted Hill – Evil loves to party“.
Während dieser noch mit reichlich Zynismus und Querverweise auf weitere Genreprodukte punktete, muss man bei der Fortsetzung nicht nur ein seelenloses Plagiat in Kauf nehmen, sondern auch eine Entzauberung des Mysteriösen.

Wieder geht es um die stillgelegte Nervenheilanstalt, in der einst Dr. Vannacutt (Jeffrey Combs) grauenvolle Experimente an seinen Patienten durchführte.
Nach neusten Erkenntnissen soll sich in diesen Gemäuern die unsagbar wertvolle Statur Baphomets befinden, woraufhin sich ein Archäologie-Professor, ein paar Studenten, eine Chefredakteurin und ihr Fotograf, sowie ein paar Auftragsgauner in dem Haus einfinden. Doch kurz nach ihrer Ankunft verriegelt sich das Gebäude und das Böse greift um sich.

Zunächst jedoch eher mit Elementen eines typischen Expeditions-Abenteuers. Die Bösen killen eine Überlebende aus Teil eins und zwingen deren Schwester (die Chefredakteurin) unter Androhung von Waffengewalt, sie bei der Erkundung zu begleiten.
Zeitgleich wird der vom Fund der Statur besessene Professor durch eine Studentin in die Falle gelockt. Daraus entsteht beim Betreten des Gebäudes zunächst eine Menge taktieren mit Waffen und das Klarstellen von Gut und Böse.
Nachdem man beschließt, das großräumige Gebäude getrennt zu durchsuchen, tritt das Böse in Form von Geistern in Erscheinung und das Dezimieren der Gruppe beginnt.

Leider entbehrt das Setting jeglicher Gruselatmosphäre, bereits die billige Animation des Außengebäudes und seiner Umgebung wirkt überaus künstlich, während man innerhalb der Räumlichkeiten scheinbar sämtliche Requisiten aus Teil eins entfernte, die dort noch für den ein oder anderen Schauer sorgen konnten (einsam stehender Rollstuhl). Nur die große Eingangshalle wirkt identisch, während die Gänge einfach nur kalt, grau und eintönig daherkommen. Insofern will kaum eine spannende Atmosphäre aufkommen, was mit dem Erscheinen der Geisterwesen nur geringfügig aufgebessert wird.

Während einige Make-Up Effekte der Dämonen, wie Krankenschwester oder verbrannte Patienten noch ansehnlich gestaltet wurden, stören die hektisch geschnittenen Inserts von vornherein. Immer wieder werden Flashbacks mit Gelbfilter eingestreut, die innerhalb ihrer Staccato-Schnittkollage damalige Folterszenen gepeinigter Patienten zeigen und dadurch auf die Beweggründe der Geister verweisen. Immerhin schreiten diese ab und an noch recht blutig zur Tat.

Da bekommt einer ein Organ heraus gerissen, einer splattert, an Armen und Beinen festgebunden mitten entzwei, während noch ein Kopf zermatscht und eine Gesichtshaut abgetrennt wird. Dabei fallen einige Gewaltszenen jedoch zu übertrieben aus und wirken insofern schon nicht drastisch, sondern eher unangemessen dilettantisch.
Zumindest fördern diese innerhalb der ersten Hälfte des Geschehens ein wenig Abwechslung.
Allerdings auch in zu schneller Abfolge, denn früh ist sämtliches Kanonenfutter ausgeschaltet, so dass die letzten Überlebenden nur noch mit dem Suchen nach der Statur und eines möglichen Ausgangs beschäftigt sind, - was innerhalb der kargen Mauern für wenig Abwechslung sorgt.

Zum Finale ist es mit dem Mysteriösen fast völlig dahin, die Erklärung folgt banalen und vorhersehbaren Ansätzen und wer da noch von Baphomets Fluch besessen und wer die gepeinigten Seelen befreien wird, steht ohnehin seit den ersten Minuten fest.

So ergibt diese Fortsetzung ein völlig ideenloses Herumgelaufe mit einigen blutigen Ableben, kaum gezeichneten Figuren, die im Vergleich zum Vorgänger fast humorfrei agieren und vor allem mangelt es gänzlich an Atmosphäre.
Wer das Teil von 1999 mochte, kann von dieser Fortsetzung nur enttäuscht werden.
3,5 von 10

Details
Ähnliche Filme