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Dark Castle Entertainment mit seiner ersten Direct-to-Video-Produktion. Dark Castle hatte sich im Jahre 1999 einen Namen gemacht, als das Studio mit dem Remake zu "House on Haunted Hill" einen mehr als nur gelungen Einstand in die Welt des modernen Horrorkinos hatte und damit auch die aktuelle Remake-Welle los trat, von der sich das Kino bis heute noch nicht erholt hat. Auch wenn die Kritiker nicht wirklich zufrieden waren, das Publikum hatte Spaß an der soundstarken Krachpartie, welche von weiteren DC-Filmen wie "13 Geister" oder "Ghost Ship" nicht noch einmal in der Qualität wiederholt werden konnte. Doch Geld spielen die Filme immer noch zu genüge in die Kassen, weshalb es auch nicht verwunderlich ist, dass das Studio nun auch auf dem DtV-Markt Kohle scheffeln will. Mit dem Sequel zum Erstlingswerk kann man dabei eigentlich auch guter Dinge sein. Schade nur, dass die Qualität des Films nichts mehr mit dem Vorgänger zu tun hat.

"Return to Haunted Hill" ist leider nichts anderes als ein DtV-Sequel, dass aus allen Poren an den üblichen Krankheiten dieser Produktionen krankt. Schon die Story ist nur noch ein billiger Abklatsch. Ein paar College-Freunde machen sich, zusammen mit ihrem College-Professor auf, um dem Spuk im Haus auf den Grund zu gehen. Aber auch ein Kleinganove trifft in dem Haus ein, welcher die Schwester der damals überlebenden Sara Wolfe, Ariel, gekidnappt hat, um die Wurzel des Übels, die sagenumwobene Figur des Baphomet, in seine Finger zu bekommen. Doch das Haus und seine Geister, darunter der verrückte Seelenklemptner Dr. Vannacutt, werden auch diese Sippe nicht verschonen und (nahezu) jeden in sein Verderben schicken... Wer schon beim Lesen der Inhaltsangabe anfängt zu Gähnen, der trifft damit ungefähr schon die Qualitäten dieses Filmchens. Die Story ist dünn, vorhersagbar und stellenweise von erschreckender Dämlichkeit. Vor allem die Idee mit der Baphometskulptur dürfte mit zum Lächerlichsten gehören, was man in letzter Zeit so in Horrorfilmen zu sehen bekommen hat. Dazu zum bersten große Logiklücken und eben allerhand Schnodder und Rotz, der selbst in einem seichten Horrorfilm nicht wirklich etwas zu suchen hat. Kurzum, selbst für Genre-Verhältnisse ist die Geschichte zum davonlaufen.

Da schlechte Storys im Genre aber nun mal keine Seltenheit sind und der emsige Genre-Freak sich schon längst daran gewöhnt hat, dass Grusel und Grauen meist auf den merkwürdigsten Wegen daherkommen, könnte man darüber eigentlich fast schon hinwegsehen, wenn das Ganze doch wenigstens ein Fünckchen Spannung besitzen würde. Aber auch daran hapert es. Alles läuft hier so vorhersehbar und konventionell ab, dass man eher gewählt ist ein Nickerchen zu machen, anstatt wirklich mitzufiebern. Jeder Schrecken ist hier schon von weiten im Vorfeld zu riechen und dürfte maximal bei Anfängern seine Wirkung finden. Ansonsten aber kann man sich über das Verhalten geschlechtsreifer Möchtegern-Geisterjäger eigentlich nur wundern.

Das das Treiben dennoch nicht ganz im Boden versinkt, dafür sorgt zumindest die Ausstattung des Ganzen, sowie die recht trefflich geratene Ausleuchtung der Sets, die dann doch wenigstens für etwas Atmosphäre gut sein können. Man merkt schon, dass hier zumindest teilweise doch die gleichen Macher am werkeln waren, was dem Film ein wenig gut tut. Zudem ist auch die ausgefeilte Soundumgebung durchaus eine Erwähnung wert, welche es aus allen Ecken und Winkeln des Zimmers krachen lässt. Und wem der Vorgänger zu unblutig war, der kriegt hier auch noch eine ganze Ladung von Gore-Effekten zu betrachten, die vom herausreißen der Gedärme, bis hin zur bluttriefenden Auseinanderreissung eines der Opfer, so ziemlich alles zu bieten hat, was man von einem DtV-KJler so erwarten darf. Schade nur, dass gerade diese Effekte viel zu Oft aus dem Computer kommen.

Zudem bietet sich dieses Filmchen auch noch in einer Version an, welche man in ihrer Art schon ein wenig von der DVD zu "Final Destination 3" kennt. Sprich, wem das bloße Zuschauen zu langweilig erscheint (was gerade hier kein Wunder wäre), der darf sich in einem interaktiven Feature mal so richtig austoben und selber bestimmen, wo es in dem Film nun langgehen soll. Schade nur, dass dieses durchaus noch innovative Feature aber nur Besitzern von High-End-Geräten zugängig bleibt, denn nur auf HD-DVD ist dieses Special vorzufinden. Auf DVD sind davon nur einige Deleted Scenes übrig geblieben.

Genauso wie es leider auch nur Jeffrey Combs geschafft hat, vom wunderbarem Cast des Vorgängers (darunter u.a. Geoffrey Rush und Famke Janssen), auch im Sequel sein Gesicht zu zeigen. Wenn seine Screentime auch nur äußerst begrenzt ist, so schafft er es mal wieder, den Streifen an seinen Stellen spürbar aufzuwerten. All die anderen Gesichtsbaracken hier, haben nämlich kaum den Hauch einer Chance, gegen ihn auch nur im geringsten anzukommen. Viel zu hölzern und zu steif gehen Cerina Vincent, Amanda Righetti oder auch Erik Palladino hier vor, als das sie wirklich überzeugen könnten. Da wäre ein bisschen mehr Combs doch wesentlich mehr gewesen.

Fazit: Überflüssiges und mehr als nur langweiliges Sequel, zu einem der besten Remakes der letzten Jahre und überhaupt. Die Geschichte ist keinen Pfifferling wert und vollgestopft mit allerhand Dämlichkeiten und die Handlung zieht sich entweder nur so dahin oder bietet Schocks, die eingestandene Genre-Profis nicht mehr hinter dem Ofen hervorlocken. Zwar kann der Streifen durch das gelungene Set, sowie dem tollen Sound-Design, dennoch für ein wenig Atmosphäre sorgen und in Sachen Gore schmoddert es dieses mal ganz ordentlich über den Bildschirm, doch wirklich aufregend ist das Ganze zu keinem Zeitpunkt. Wer den Vorgänger nicht kennt kann vielleicht mal einen Blick riskieren, alle anderen halten sich aber lieber an das wirkliche Remake oder, noch besser, an das unerreichte Original!

Wertung: 4,5/10 Punkte

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