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Mystische Sachen geschehen da in Irland, von einer sprechenden Kuh über ein Sackgesicht bis hin zu total degenerierten Rednecks ist da viel Merkwürdiges vorzufinden.
Doch auch wenn der Verzehr von Magic Mushrooms unsere Protagonisten auf den Trip schickt, - für die meisten von ihnen wandelt er sich zum Todestrip, denn letztlich handelt es sich um nichts weiter als einen weiteren Teenie-Slasher im Wald.
Der ist soweit recht durchschnittlich, lediglich der gelungene Final-Twist wertet ihn ein wenig auf.

Es geht also für einige amerikanische Studenten rund um Tara nach Irland, wo sie unter der Leitung des einheimischen Jake ein paar Shrooms verzehren wollen. Doch nachdem Tara leichtsinnigerweise einen Knollenblätterpilz futtert und von Jake gerade noch gerettet wird, beginnt sie fortan Ereignisse zu sehen, bevor sie eintreten. Was hat es mit der Legende um das ehemalige Straflager in der Nähe ihres Rastplatzes zu tun und warum trachten den Studenten mystische Geistergestalten nach dem Leben?

Alle Amerikaner nehmen Drogen und wer keine einwirft, überlebt wahrscheinlich. Dem Prinzip folgt auch dieser Slasher weitgehend, der nicht unbedingt mit interessanten Charakteren punktet, sondern es eher auf der humorigen Ebene versucht, teilweise sogar erfolgreich. Besonders amüsant erscheint in diesem Zusammenhang die Begegnung eines Pilz-Konsumenten mit einer Kuh: „Du kannst reden?“ – „ Nur weil du nicht bei Verstand bist.“
So sind die sechs jungen Leute einige Zeit mit Pilze sammeln, Gruselgeschichte am Lagerfeuer, Gezicke unter den Frauen und Bömbeln im Zelt oder unter freiem Himmel (keine Nacktszenen…) beschäftigt, bevor der erste Konsument seinen Löffel abgibt.

Leider geschieht dies im Verlauf auf nicht sonderlich spektakuläre oder blutige Weise, einige Kills werden innerhalb der Visionen von Tara gezeigt, andere Ableben werden gar nur angedeutet. Es kommen lediglich Messer, Axt und Hände zum Einsatz, eine FSK 16 erläutert den Rest.
Recht spannend und mit einigen Schockmomenten versehen gestaltet sich indes der Einsatz der mystischen Figuren, die der Legende um das grausam geführte Erziehungsheim entstammen. Der mönchsartige schwarze Bruder, der Typ mit dem Kartoffelsack über dem Kopf, aber auch der Kerl, der im Hundegehege vergessen wurde, sorgen ab und an für atmosphärische Einsätze, da es die austauschbare Waldkulisse mit leichtem Nebel nur selten erreicht.

Dennoch wird für genügend Abwechslung gesorgt, eine gerät in die Hütte der Rednecks, zwei werden vom Steine werfenden Sackgesicht attackiert, zwischenzeitlich wieder Visionen mit eingeschränktem Blickfeld und Fast Forwards und final eine Verlagerung des Schauplatzes in das seit Jahrzehnten leerstehende Folter-Gebäude, in dem ein Stimmen imitierendes Mysterium die letzten Überlebenden verunsichert. Und dann folgt der Plot Twist, den man aufgrund diverser falsch gelegter Fährten so nicht hat kommen sehen. Zwar nicht neu in der zeitgenössischen Filmwelt, aber irgendwie zu einem zufrieden stellenden Ausgang geführt.

Bei alledem bleiben zwar kaum Klischees außen vor, wie die verschwundenen Handys, die nächtliche Störung am Zelt und die Rednecks, deren Sprüche mal wieder tief blicken lassen, doch insgesamt erwartet dem Genre-Freund ein brauchbarer Beitrag mit netten Einfällen, passablen Darstellern und einem akzeptablen Erzähltempo.
Vor allem weiß ich jetzt, was die Iren unter „Dogging“ verstehen, für mich kommt das aber nicht in Frage…
6 von 10

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