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Nach Irland reist man natürlich nicht um sich das Land anzuschauen, sondern um Pilze zu konsumieren, die denjenigen in einen totalen Rauschzustand voller Halluzinationen versetzt. Zumindest wenn es nach Paddy Breathnach (Red Mist, Über kurz oder lang) geht, der in seiner sechsten Regiearbeit einige US-Teenies auf den Trip schickt. Von den Kritikern wurde dieses höchst durchschnittliche Werk zerissen, nur in Irland ist "Shrooms" zweimal für eine Auszeichnung nominiert gewesen.

Die Studenten Tara (Lindsey Haun), Bluto (Robert Hoffman), Holly (Alice Greczyn), Lisa (Maya Hazen) und Troy (Max Kesch) reisen nach Irland und treffen sich dort mit Taras Freund Jake (Jack Huston). In einem abgelegenen Waldstück wollen sie einen bestimmten Drogenpilz probieren, doch Tara nimmt den Falschen. Fortan kann sie Dinge voraus sehen und sie sieht den Tod all ihrer Freunde. Laut Jake gibt es in der Nähe ein Waisenhaus, in welchem die Kinder von einem sadistischen Aufseher gequält wurden. Immer wieder seien Menschen hier spurlos verschwunden. Doch trotz aller Warnungen nimmt man trotzdem die Pilze ein. Ein großer Fehler, denn plötzlich findet man Blutos verstümmelte Leiche in den Wäldern.

Im Endeffekt ist auch "Shrooms" nur ein typischer Slasher, der sich bei jeglichen Klischees bedient. Das reicht von schwachen Charakterzeichnungen bis hin zum pubertären Verhalten der kleinen Gruppe. Unterwegs erfahren wir auch, was die Iren unter "Dogging" verstehen und Jake erklärt einige Pilzarten. Die Hauptthemen sind jedoch wer mit wem, der Konsum von Rauschmitteln und sich gegenseitig dämliche Streiche zu spielen. Auf eine zu lang geratene Vorlaufzeit will auch "Shrooms" nicht verzichten, besonders unverständlich warum sich gerade Tara den giftigen Pilz in den Rachen schiebt, da sie von der Truppe noch die Vernünftigste ist. Jedenfalls hat dieser Pilz schreckliche Nebenwirkungen, denn sie sieht den Tod ihrer Freunde voraus. Doch nun beginnt Breathnach die Realität mit der Fiktion verschwimmen zu lassen. Denn die anderen haben sich aus den gewollten Pilzen Tee gekocht und sind nun auch auf einen Trip. Zuvor erzählte uns Jake die Legende über das Waisenhaus, ein paar seltsame Hinterwäldler sind auch noch zugegen. So hat Breathnach eine gute Situation erschaffen, um den Zuschauer aufs Glatteis zu führen, denn man kann wirklich nicht sagen ob sich die folgenden Ereignisse nicht nur durch den Pilzkonsum ergeben.

So kann es schon mal passieren, dass man auf eine sprechende Kuh trifft, beim "Dogging" sein bestes Stück verliert oder von einem schwarz bekleideten Etwas durch den Wald gejagt wird. Jedenfalls gelingt es Breathnach zeitweise eine bedrohliche Atmosphäre zu schaffen, die ungemütlichen Wälder und das verfallene Waisenhaus eignen sich dafür perfekt. Die kleine Gruppe wird also kontinuirlich dezimiert, wobei der Mord immer nur angedeutet wird, auf Goreeffekte muss also verzichtet werden. Nichtsdestotrotz ist "Shrooms" in der zweiten Halbzeit temporeich erzählt, auch wenn einem das ständige Gekreische unserer Figuren auf die Nerven geht. Wer das Ganze überlebt, dürfte auch im Vorhinein klar sein, doch im Finale hat Breathnach noch eine böse Überraschung parat, welche die ganzen Ereignisse recht plausibel erklärt. Dies wertet "Shrooms" eindeutig auf, wenn schon die Schauspieler auf recht schwachem Niveau arbeiten. Lindey Haun (Deep Red, Das Dorf der Verdammten) kommt trotz ihres gelegentlichen Overactings noch recht gut weg, zum Beispiel Robert Hoffman (Street Style, Coach Carter) als Bluto ist ein Totalausfall, der restliche Cast agiert teilweise auch hart an der Grenze.

Insgesamt gesehen reicht es für solide Horrorunterhaltung, besonders der finale Twist mag beeindrucken. Doch es ist auch nur ein gängiger Slasher, der fast kein Klischee auslässt und nur seltenst eine Gänsehaut verursacht. Besonders bei den darstellern muss man Abstriche hinnehmen.

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