Review

Der Drachentöter, zählt wohl ohne Frage zu den besten was uns das doch leider knapp an Qualität bemessene Fantasygenere zu bieten hat. Zudem offenbart er uns den wohl schönsten und majestätischsten Drachen der Filmgeschichte.

Zum Inhalt:
König Casiodorus (Peter Eyre) ist der Herrscher über Urland. Aber er herrscht nicht allein. Der Drache Vermithrax Pejorative haust tief in seinem Hort und liegt wie ein dunkler Schatten über dem Land. Nur mit der Opferung des unschuldigen Blutes einer Jungfrau, verschafft sich das Land für eine gewiße Zeit Ruhe vor dem Unheil. Doch einige Bewohner wollen dies nicht mehr länger hinnehmen und bitten den Magier Ulrich (Ralph Richardson) nebst seinem Lehrling Galen (Peter MacNicol) um Hilfe. Ein gefährliches Unternehmen da sie ohne die Legitimation des Königs handeln. Jener sieht in dem Unterfangen, in jeglicher Art gegen den Drachen vorzughehen, eine Gefahr. Denn es könnte die Wut des Drachen entfesseln. Ein Akt der das Land in einem Feuersturm verzehren würde.

Schaut man sich so den ein oder anderen Fantasyfilm an, kommt einen doch immer irgendwie der Gedanke, das man den Ort kennt und vielleicht hier und da auch schon seinen Hund Gassi geführt hat.

Nicht jedoch hier.

Urland: das Land, die Leute, der Drache. Alles wirkt wie aus einer anderen Welt. Schroffe gewaltige Felslandschaften und matschige dunkle Dörfer im schwachen Schein der Fackeln, alles gehalten von einem unheilvollen fremden Nebel, der wie ein Schleier die Schrecken verhüllt, die in ihm wohnen. Hier lacht uns keine fröhliche Sonne vom Himmel entgegen und keine Vögel singen uns ihre Lieder. Den der Tot liegt über dem Land. Eine Tatsache die sich in jeglichem Leben in dieser Welt wiederspiegelt. Doch das sterben des Landes ist nur ein glimmen im Gegensatz zu dem Inferno das tief in seinen Eingeweiden lauert. Der Drache.

Der Drache. Selten das einem Wesen so viel Leben eingehaucht wurde wie diesem Geschöpf hier. Zu recht Oscarnominiert, glänzt seine Erscheinung mit einer Faszination von Schönheit und Bedrohlichkeit. Und trotz der Möglichkeiten der damaligen Zeit, wird nicht damit gegeizt ihn uns in seiner vollen Erhabenheit und Agilität zu zeigen. Ein Anblick, der es einen nicht einmal wagen würde den Gedanken zu hegen, er könne nicht echt sein. Nur sein unwirklicher Hort in dem Feuer und Schwefel Hochzeit feiern, kann ein wenig das Licht seines Schreckens dimmen. Zusammen aber gehen sie eine Symbiose des Schreckens ein, die selbst Dantes Inferno kalt verblassen läßt.

Gezeichnet von diesem Übel, fern der Hoffnung und ertrinkend in der Ohnmacht von Wut und Verzweiflung gegen diese Bedrohung, erscheinen uns die Bewohner des Landes. Allesamt herrausragend und authentisch verkörpert. Vom vergrahmmten König, zum Bauern hin zur bezaubernden Prinzessin ist jeder mit Leidenschaft und schönem Spiel bei der Sache. Allen voran britischer Altmeister Ralph Richardson (Doktor Schiwago) gefolgt von Peter MacNicol (Ally McBeal). Wie ein Grundpfeiler der alten Zeit steht Ralph Richardson als Magier Ulrich auf einer Stufe mit dem Drachen. Angehaucht vom Licht der neuen Welt getragen und verkörpert von Galen (Peter MacNicol). Schwach aber immer stärker stahlend und geführt von der Hoffnung aller auf ein Leben in Frieden.

All dies wird umfangen von dem Schleier des bizarren und fremden. Ausgedrückt von dem auch hier zurecht Oscarnominierten Score von Alex North. Der es hier, wie auch schon Basil Poledouris für "Conan der Barbar" schafft eine Musik zu erschaffen die fern unserer Zeit und Vorstellung ist. Hier und da vielleicht ein wenig anders und ungewohnt aber doch immer einzigartig.

Trotzdem der Film von Disney ist, wartet er zudem mit einigen derben Szenen auf. Vom angenagten bis zum verbrannten ist alles dabei. Glücklicherweise wurde hier auf ein familiengerechtes Ambiente verzichtet. Was die Düsternis des Ganzen nur noch erhöht.

Abscließend muß ich sagen das ich als Fantasyfan und Genießer des Film in früher Kindheit selbstverständlich ein wenig befangen bin, wenn es darum geht, an dem Film Kritik zu üben. Für das leidenschaftslose Auge mag die Erzählweise eventuell ein wenig schleppend sein, aber spätestens wenn der Hauptprotagonist die Bühne betritt muß jedem klar sein, das der Film sein Schattendasein das er lange fristete, nicht verdient hat. Ein Pflichtprogramm für jeden Fantasyfan.

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