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Den Film "Dragonheart" gab es schon einmal, aber das ist leider schon fast in Vergessenheit geraten.
Die Story vom letzten Drachen, vom Untergang der magischen Zeit, das alles wurde schon 1981 in dem Film "Der Drachentöter" erzählt, allerdings mit mehr realistischem Appeal als in dem Dennis-Quaid-Film.

Peter MacNicol, der später vor allem in "Ghostbuster 2" in Erinnerung blieb, ehe er seine unvergeßliche Rolle als Anwalt John Cage in fünf Staffeln der Serie "Ally McBeal" spielte, gibt hier den Zaubereradepten Galen, der im fünften oder sechsten Jahrhundert nach Christi den Kampf gegen den letzten Drach Vermithrax aufnimmt, der einen Inselstaat terrorisiert und nur durch Jungfrauenopfer besänftigt werden kann.

Sein greiser Meister Ulrich stirbt scheinbar noch vor dem Aufbruch, doch selbstbewußt versucht der junge Mann sein Bestes und wird neben dem Kampf mit dem Ungetüm auch noch in die Hofintrigen rund um den fiesen König hineingezogen, welcher seine Tochter natürlich vor einem Grillschicksal bewahren will.
Neben der Unfähigkeit die Magie überhaupt schon kontrollieren zu können, ist die Zeit für derlei Mumpitz schon abgelaufen, das Christentum ist groß im Kommen.

Das führt dazu, daß der Film langsam aber sicher in Traurigkeit und Endzeitstimmung zu versinken droht, wenn er auch gleichzeitig in wunderbaren Bildern eine Naturlandschaft von prachtwoller Wildheit präsentiert, auf die der "Herr der Ringe" fast noch neidisch sein könnte.
Matthew Robbins erzählt seine Gesichte ruhig und unspektakulär, mit sympathischen, aber sich nicht aufdrängenden Charakteren, vergißt aber dabei den "Sense of Wonder" und konzentriert sich auf den realistisch-menschlichen Rahmen. Den Drachen sieht man dabei in den ersten zwei Filmdritteln nur ausschnittweise oder sehr kurz, während alles auf den zentralen Höhepunkt zusteuert.
Wer also auf die TV-Serie "Robin Hood" stand, der wird hieran seine Freude haben.

Schade ist der Mangel an Dramatik, vor allem weil die fast unmerkliche Musik so ihre magischen Momente hat, wenn sie nicht gerade unpassend wieder ins Aus gedrängt wird.
Wenn es dann aber kracht, sieht das Ergebnis gut aus. Getrickst wurde der Drache in "Go-Motion", einer Weiterentwicklung des O'Brien/Harryhausen-Verfahrens, die die Bewegungen des Untiers flüssiger und lebendiger macht. Der Kampf gegen das Vieh in der Feuerhöhle ist ein beachtlicher Höhepunkt, das Finale während einer Sonnenfinsternis jedoch ist noch schmackhafter. Wolkenberge türmen sich, alles ist still bis auf die wehende Brise, das Licht ist seltsam, der Drache rauscht heran, es ist Endzeit! Zwar macken einige erkennbare Rückprojektionen etwas herum, dennoch ist das definitiv einer der Momente des Films.

Am Ende ist die Magie flöten, Gott hat uns alle gerettet und der König läßt sich ungerechtfertigterweise als Drachentöter feiern. Doch unser Liebespärchen zieht dennoch fröhlich von dannen, wobei in einer Schlußpointe erfreulicherweise offengelassen wird, ob da mit der Magie nicht doch noch was geht.
Ein schöner, ruhiger und visuell aufregender Film, allerdings unaufregend erzählt, dennoch besser als so viele Durchschnittsprodukte (6,5/10)

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