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Ein Drache tyrannisiert Urland, so hat König Casiodorus ein Abkommen mit diesem getroffen. Menschenopfer sollen das Biest besänftigen. Nicht alle Bewohner wollen das weiter so hinnehmen und bitten den Zauberer Ulrich um Hilfe, der diese Aufgabe notgedrungen an seinen Lehrling Galen übergibt.

Und da kommen auch gleich zu einem Problem des Films. Galen, gespielt von Peter MacNicol, will einfach kein Charakter sein und werden, mit dem man gerne Zeit verbringt. Er wirkt bis zum Ende nicht richtig sympathisch, es bleibt immer eine Distanz. Das restliche Personal wirkt da durchaus nahbarer und belebt die Welt, in der das Abenteuer spielt.
Diese gehört zu den Stärken des Films und orientiert sich sichtbar an dem realen Mittelalter. Das bindet auch das Thema Religion mit ein und ein paar kleine Spitzen finden sich in der Erzählung durchaus. Eine bunte Fantasywelt hat man hier nicht vor sich, es ist (gerade für eine Disney-Produktion) recht finster, wobei die Leute wiederum auffallend sauber rumlaufen. Gedreht wurde nur mit natürlichem Licht, was ein durchaus ansprechendes Bild ergibt, welches auch in die angepeilte Zeit passt.

Trotzdem haftet dem Szenario aufgrund der Drachenthematik eine gewisse Phantastik an. Und diese wurde nicht gerade kinderfreundlich umgesetzt. Da findet auch Blut und etwas Gore Einzug in den Streifen, der über weite Strecken dem Ton angemessen recht humorlos daherkommt. Für die Kleinen ist das nichts, als Fantasyfreund erfreut man sich hingegen an der ansehnlichen Szenerie und den überwiegend sehr gelungenen Effekten. Vor allem der Drache, so er nicht fliegt, sieht immer noch richtig chic aus und wurde von ILM per Go-Motion-Technik realisiert.

„Dragonslayer“ ist nicht der typische Familienfantasyfilm geworden, was ausdrücklich positiv gemeint ist. Ansehnlich in Effekten und Ausstattung, eine mittelalterliche Atmosphäre kreierend und eine (innerhalb des gegebenen Genres) halbwegs realistische Herangehensweise an das Thema bilden die Stärken des Films. Leider krankt er an einer unbrauchbaren und unspannenden Hauptfigur, nicht immer geschliffenen Dialogen und einer gewissen Unentschlossenheit. Trotzdem überwiegt das Abenteuerliche, was den von Matthew Robbins inszenierten Streifen immer noch gut ansehbar macht.

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