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Sid 6.7 ist eigentlich "nur" ein Computerprogramm, dass in sich die Persönlichkeitsstrukturen von ca. 200 Schwerverbrechern vereint und als Teil einer Virtual-Reality-Simulation bei der Polizeiausbildung eingesetzt wird. Doch dank einer neuartigen Robotertechnologie kann Sid ais der VR "entkommen" und treibt als sadistischer Killer im L.A. der Zukunft sein Unwesen. Ex-Cop Barnes und Polizeipsychologin Madison werden auf ihn angesetzt...
Die Storyline ist alles andere als originell, aber verspricht immerhin gute B-Movie-Unterhaltung, die dank einer rasanten Inszenierung und eines genial aufspielenden Russell Crowe klar über den Durchschnitt gehoben wird. Jener Russell Crowe, hier in einer seiner ersten Hollywood-Rollen, spielt den kaltblütigen und geltungssüchtigen Killerandroiden mit einer herrlich diabolischen Ausstrahlung und einer Coolness, dass er einem fast sympathischer erscheint als der eigentliche "Held" des Films, Denzel Washington. Trotz beinahe doppelt so viel Screentime wird dieser vom späteren Megastar mühelos an die Wand gespielt und bleibt dementsprechend blass, genauso wie Kelly Lynch und der Rest der Besetzung.
Die Actionsequenzen sind zwar gut gefilmt, aber vergleichsweise unspektakulär, genauso wie die Effekte. Das tut dem Unterhaltungswert von "Virtuosity" aber nicht den geringsten Abbruch, denn die Inszenierung ist insgesamt flott, spannend und trotz einer gewissen Vorhersehbarkeit (die Entführung der Tochter!) nie langweilig. Ob die Logik dabei auf der Strecke bleibt, interessiert da letzten Endes sowieso niemanden mehr.

Unterhaltsamer Sci-Fi-Actioner mit einem grandiosen Bösewicht. Eigentlich schade, dass Russell Crowe seither eher auf den melancholischen Charaktermimen abonniert ist.

8/10

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