Review

Der Titel kann den Erwartungen zumindest nicht in der deutschen Fassung gerecht werden, - brutal kommen fast keine Szenen daher, brutal ideenlos erscheint eher die Geschichte um einen Serienkiller, von dessen wahren Motiven man bis zum Schluss nichts erfährt.
Ein Glück, dass dem Ganzen ein wenig Augenzwinkern anhaftet.

So wird einmal mehr untermauert, wie überdosierte Fickmedizin in den falschen Händen zum raschen Ableben führen kann, was Killer Evan nur entgegen kommt, der hinter dem Typen bereits zum tödlichen Schlag ausholen wollte.
Evan ist einer dieser unauffälligen Schlächter: Brille, Vollbart und komplette Zurückhaltung gegenüber Frauen, denen er im Blutrausch das Herz entnimmt und den Brustkorb mit einer jeweiligen Blume schmückt.
Deputy Zoe ist die Aufklärung der Morde weitaus stärker gelegen als Sheriff Fleck, der mehr an seine Wiederwahl denkt. Nachdem die Affäre zwischen den beiden immer mehr in die Brüche geht, kommt Zoe gefährlich nah an den Killer heran…

Tatsächlich aber bringt dem eingefleischten Gorehound der Einsatz einer Stichsäge nichts, wenn die Belichtung jämmerlich versagt, die Kamera kaum draufhält oder etwaige Szenen im Off untergehen. Bis auf ein paar zugerichtete Frauenkörper, eine Lanze durch den Rücken, blutige Einschüsse und einem Messer im Hals ist hier wahrlich nichts Brutales herauszufiltern und auch sonderlich spannend zeichnen sich die jeweiligen Tötungen nicht ab.

Ähnlich verhält es sich mit Vorankommen der Geschichte, die kaum ein Klischee des Genres ausspart. Die Affäre zwischen der Heldin und dem eigensinnigen Sheriff bremst das eigentliche Geschehen ständig aus und auch der an sich erfreuliche Auftritt von Michael Berryman als sympathischer Zeitgenosse und Besitzer bester Spürhunde nimmt ab der zweiten Hälfte eine Menge Raum in Anspruch. Auflockernd stellt sich immerhin seine Figur als solche dar, da er als Autist mit einigen Ticks beschrieben wird und tatsächlich eine Haustür nur von innen normal öffnen kann – von außen den Vorgang aber 34-mal wiederholen muss.

Auffällig ist ferner, dass die Frauen, sprich späteren Opfer, keine Personen sind, denen man sonderliches Mitgefühl entgegen bringt. Eine will den Killer ausrauben, zwei Lesben treiben mit ihm Schabernack und eine andere vergräbt gar ihren dahingeschiedenen Freund.
Ja selbst Heldin Zoe kommt mit der Affäre mit einem verheirateten Mann, die die Avancen eines gleichaltrigen Reporters einfach ignoriert, nicht wirklich gut weg.
Es scheint, als wolle man dem Psychopathen so etwas Ähnliches wie einen Freifahrtsschein ausstellen…

Leider verläuft der Streifen im letzten Drittel ein wenig schnarchig. Die Krise zwischen Zoe und dem Sheriff spitzt sich zu (Jeffrey Combs mimt den Fiesmöp echt überzeugend), während die wenigen Hinweise auf den Täter recht unglaubwürdig in die Handlung eingebunden werden und Konfrontationen bis auf den etwas fahrigen Showdown immer weniger werden.
Der Schlächter offenbart bis zum Schluss kaum ein Charakterprofil, er wirkt somit wenig bedrohlich und überaus austauschbar.

Reichlich austauschbar bleibt der Film auch im Gesamtbild. Einige Darsteller sind mit Erfolg bemüht, doch andere eiern vor sich hin, was die teilweise miese Synchro umso stärker untermauert.
Die Handlung um den Serienkiller kommt über Oberflächlichkeiten, harmlos in Szene gesetzte Morde und zu vielen Nebensächlichkeiten kaum auf den Punkt und schließlich sorgen nur ein paar heitere Einlagen sowie der Auftritt von Berryman für kleine Glanzpunkte.
In der Masse von Beiträgen über Serienkiller gibt es viele gelungenere Versuche, aber auch solche, die weitaus weniger auszeichnet.
Ist einer, den man so nebenher sieht, falls man nicht die ganze Zeit am Geschehen kleben will…
4,5 von 10

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