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Ein Agent hat die Seiten gewechselt, eine eigene Terrorgruppe gegründet und ist ganz heiß auf eine Laserwaffe, die er mit fiesen Mittel zu bekommen versucht, doch zwei Ex-Kollegen sind auf ihn angesetzt, um ihn zu stoppen.

"Top Mission" ist typische 80er Action-Gülle, wie sie zu dieser Zeit zuhauf auf den Markt geschmissen wurde. Durchweg überzeugen kann der Film zwar nicht, aber er bietet einige Unterhaltungswerte, die die Aufnahme in die cmv Trash Collection gerechtfertigt, die hiermit mittlererweile den fünfzigsten Beitrag erreicht.
Die Geschichte besteht aus zwei Handlungsfäden, die parallel zueinander verlaufen. Zum einen gibt es die beiden Agenten, die ihrem Ex-Kollegen, der scharf auf die Laserwaffe ist, das Handwerk legen wollen und zum anderen wird die Geschichte eines Glatzkopfes erzählt, der nach Ausübung einer selbstjustizigen Rache an den Schändern seiner Familie im Knast landet, mit ein paar Insassen ausbüchst und auf Befehl des Laserbegierigen ein Flugzeug entführt, um die Waffe zu erpressen.
Der zweitgenannte Handlungsstrang nimmt den längeren Laufzeitpart ein und weiß eher zu langweilen als zu unterhalten. Sowieso macht dieser Teil den Eindruck, als stamme er aus einer anderen Produktion und wurde krampfhaft in die Agentenstory hineingepresst.
Der Strang mit dem schwarz/weißen Agentenduo macht dagegen richtig Laune, woran die deutsche Synchronisation nicht ganz unschuldig ist, denn sie legt den Protagonisten Worte wie "Du hast Nippel wie Kippschalter. Jetzt werd ich dir mal meinen Kippschalter zeigen." in die Münder, die in diesem Ausmaße im Originalton nicht fallen.
Auch die Aktionen der beiden Helden sind stellenweise brüllend komisch. So ballert der hellhäutige Agent mit seiner Flinte gerne im Garten Früchte zu Muß, trainiert zusammen mit seinem Partner im Grünen in farbenprächtiger Kleidung Ninjaschwerttechniken (zumindest weisen die Stirnbänder mit der Aufschrift "Ninja" auf diese Kampftechnik hin) ohne dass diese jemals im Film Anwendung finden, was sehr deutlich wird, als ein Bösewicht auftaucht, beide plötzlich aus dem Nichts Wummen zücken und den Widersacher damit niederstrecken und im Showdown wüten sie ballernd, laut schreiend und ohne Munitionsnöte durch Wald und Wiesn, um den Ex-Kollegen zu stellen, den sie bei der ersten Begegnung unsinniger Weise in sein Häuschen gehen lassen und von Dannen ziehen (obwohl, so unsinnig ist es doch nicht, denn sonst wäre der Film bereits nach zehn Minuten zu Ende).
Die Darstellerleistungen bewegen sich wie die Dialoge und die Handlung auf niedrigem Niveau, aber da vor allem die beiden Hauptfiguren ständig in Action und mit flotte Sprüche dreschen beschäftigt sind, stechen die Mimikmängel nur bei emotionalen Szenen ins Auge, wie bei jener, in der die Freundin eines der beiden niedergemäht wird und der Protagonist versucht, Trauer und Wut zum Ausdruck zu bringen

Insgesamt halten sich Unterhaltsames und Langatmiges bei "Top Mission" in etwa die Waage, zumindest wenn man sich an unfreiwillig Komischem erfreuen kann. Wer spannende und gut inszenierte Actionkost sehen will, der sollte hier jedoch nicht zugreifen.

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