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Horror-Filme aus Dänemark erweisen sich doch des öfteren als gute Importe, für mächtig spannende Gruselstreifen. Mit "Spiel der Angst" brachten sie uns einen der besten Slasher der heutigen Zeit und bei "Midsummer" gab es spannende Grusel-Unterhaltung bis zum Schluss. "Angel of the Night" stellt dabei nun den dänischen Vampir-Schocker da, der auf Fantasy-Filmfesten ebenfalls große Beliebtheit erringen konnte. Doch so ein richtig guter Film, wie die beiden Erstgenannten, ist er deshalb trotzdem nicht geworden, wenn auch kein Schlechter!

"Angel of the Night" stellt dabei eigentlich zwei Storylines da. Zum einen geht es um ein paar Teenies, die, in einem verlassenen Haus, ein mysteriöses Buch finden und dabei einen alten Vampir wieder zum Leben erwecken. Der Andere, wesentlich größere, Teil erzählt dann die Vorgeschichte dieses Vampirs, mit all seinen Schandtaten. Wirklich zusammenpassen tun diese zwei Handlungsstränge dabei allerdings nicht und auch Logiklücken und Storylöcher gibt es hier wie Sand am Meer.

Trotzdem kann der Film erstmal durchaus Unterhaltung bieten, da er so ziemlich alles zu bieten hat, was es so im Vampir-Genre zu finden gibt. Der erste Part der Vorgeschichte, wird einem im klassischen Vampirstil erzählt, wie man es schon aus "Dracula" kennt. Schön ausgeschmückt, mit tollen Kulissen und netter Ausstattung, kann dieser Teil mit einer guten Atmosphäre aufwarten und lässt einem das Herz höherschlagen.
Der nächste Part der Vorgeschichte wirkt dann wie ein recht gelungener Tarantino-Verschnitt, denn nun legt das Ganze ein mörderisches Tempo vor und die Kugeln fliegen nur so durch die Luft und die Pflöge finden reihenweise ihren Weg, in die Brust der einzelnen Vampire. Auch diese Szenen haben durchaus ihren Reiz.

Schade nur, dass dann ungefähr das letzte Drittel des Films, in einen unausgegorenen Mischmasch abrutscht, der sich nicht ganz zuordnen lässt. Vor allem auf einigen heftigen Längen, muss sich der Zuschauer, von nun an, gefasst machen. Aus dem heftigen Tempo der vorherigen Szenen, wird plötzlich ein gemächliches und recht langweiliges Vampir-Allerlei, dass zudem in einem recht unbefriedigendem Finale gipfelt. Dabei wirken vor allem die Teenie-Horror-Szenen, die ja im Prinzip die Grundlage der ganzen Story bilden, mehr als unpassend und nur wenig ansprechend. Schade, hier hat man definitiv viel zu viel verschenkt.

Was die Gore- und Splatterszenen betrifft, kann man allerdings wieder voll zufrieden sein. Ordentlich inszeniert, gut gesetzt und mit einer, teilweise, recht deftigen Härte versetzt, dürften Splatter-Freaks durchaus auf ihre Kosten kommen. An einen "From Dusk till Dawn" reichen sie zwar noch bei weitem nicht heran, aber härter als mancher Index-Film sind sie allemal.

Was die Schauspieler angeht, sticht hier niemand sonderlich hervor. Die Teeniedersteller machen ihren Kollegen, z. Bsp. aus den USA, alle Ehre und auch die etwas "erfahreneren" Schauspieler sind nicht gerade toll. Da hätte ruhig mehr kommen dürfen!

Fazit: Weder sonderlich guter, noch sonderlich schlechter Vampir-Reißer aus Dänemark, der zwar größtenteils durch seine Atmosphäre und seinem Genre-Mix gefallen kann, aber ungefähr im letzten Drittel, viel zu viel an Tempo und interessanten Szenen verliert und zudem in einem haarsträubenden Finale endet. Ordentlich inszeniert aber mit schwachen Darstellern besetzt, bleibt deshalb nur ein knapp überdurchschnittlicher Film übrig, dem man sich zwar durchaus anschauen kann, aber keinesfalls ein "Muss" im Vampir-Genre darstellt.

Dänemark, Du kannst es besser!

Wertung: 6,5/10


P.S.: Den Film sollte man sich allerdings NUR(!!!) im Original anschauen, da die deutsche Synchro, dank Laser Paradise, so was von unter aller Sau geworden ist, dass die Atmosphäre komplett verloren geht!

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