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Nur der Krieg ist an allem Schuld ??? 
Nachdem Mike Deerfield ( Jonathan Tucker) aus dem Irakkrieg zurückkehrt, verschwindet er zunächst spurlos und wird später verstümmelt aufgefunden. Sein Vater Hank ( Tommy Lee Jones ), selbst beim Militär und Vietnam-Veteran, macht sich auf die Suche. Dabei erhält er Unterstützung von der Polizistin Emily Sanders ( Charlize Theron ). Und was er Stück für Stück herausfindet, passt so gar nicht in sein patriotisches Weltbild. 

An den hervorragenden Schauspielern lag es sicher nicht, das der Film nur Mittelmaß geworden ist. Regisseur Haggis schafft es zwar noch die Charaktere authentisch in Szene zu setzen, aber bei der Thematik versagt er. Hank Deerfield hat erst zu denken begonnen als sein zweiter Sohn auf unerklärliche Weise verschwindet; hat er beim Tod seines ersten Sohnes David, der bei einem Manöver gestorben ist, genauso reagiert? Wie hätte er reagiert wenn Mike im Krieg gefallen wäre? Hätte er als “echter“Patriot wahrscheinlich akzeptiert! Hank reagiert deshalb weil sich der Sohnemann nicht pflichtgemäß verhält.

 Bei dem Versuch die Rückkehrer aus dem Krieg ( hier der Irak-Krieg ) als potentielle Sadisten darzustellen und Schuld daran NUR dem Krieg zu geben, ist zu banal! Die Ursachen sind dafür viel zu vielschichtig.
Zum Beispiel :  Das ist das Militär,
- das mit seiner ideologischen gut/böse Einstellung bei der geistig/moralischen Ausbildung versagt! ( Full Metal Jacket sei hier erwähnt )
- das mit den herabgesetzten Zulassungs-Vorraussetzungen fast jeden nimmt, auch wenn die geistige Reife fehlt ( Privat Paula aus Full Metal Jacket )
- das sich nicht die Mühe macht die verstümmelten und psychisch labilen Soldaten vom Krieg zu versorgen und diese sich selbst überlassen ; angedeutet mit dem Hund und dann der Frau (besser in Geboren am 4. Juli)
Da ist das Elternhaus
- mit dem typischen Nathan-Hale-Gequatsche vom Vater
- die Mutter, die mit zugelassen hat ( Erziehung) das der Sohn beim Militär landet.
usw, usw  

Haggis beschreibt, fragt nicht nach und bleibt an der Thematik-Oberfläche kleben und rutscht damit in die Spielberg/Emmerich-Schiene.
Die erwähnten Punkte hätte er meiner Meinung nach mehr betonen müssen. So bleibt es bei einem mittelmäßigen Drama/Krimi der im militärischen Bereich angesiedelt ist. 

Aber bei den ganzen Schuldzuweisungen sollte man eins nicht vergessen : Vor der eigenen Türe kehren (5/10)

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