Review

Vorsicht, im folgendem Review sind Handlungsspoiler enthalten. Wer nicht von vorneherein über Storyelemente aufgeklärt werden möchte sollte dieses Review nicht lesen!
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Monumentales Popcornkino von Patriotenfilmdreher Roland Emmerich mit Mel Gibson

Story:
South Carolina 1776: Benjamin Martin lebt mit seinen Kindern auf einer Ranch und arbeitet dort als Farmer. Seine Frau ist tot. Als die Amerikaner sich gegen die englischen Herren die Unabhängigkeit erkämpfen wollen, tritt auch sein ältester Sohn bei. Nachdem sein Sohn gefangen wird und sein Vater ihn wieder befreit, beschliesst er wieder in den Kampf zu ziehen. Die Engländer vernichten sein gesamtes Hab und Gut. Nur knapp können seinem Kinder darauf den Engländern mit ihrer Tante entkommen. Im Stil von Guerillas bekämpfen sie die Engländer, nachdem sein Sohn stirbt kennt er nur ein Ziel: Rache. Er führt die Amerikaner schliesslich in der finalen Schlacht zum Sieg und zur Unabhängigkeit.
Emmerich ist bekannt für nerviges Amipatriotenkino, so auch hier. Jedoch kann der geschichtliche Film vom Outfit überzeugen. Mel Gibsons Rolle erinnert an Braveheart. Witzige Dialoge frischen den Film auf und die eine oder andere überraschende Szene (Tod des Sohnes) Gibt es auch. Trotzdem ist der Film voller Klischees (man bedenke nur den Franzosen und die bösen Engländer..). Für einen seriösen historischen Film ist er aber zu betont witzig....

Musik:
Auffallend war die Kampftrommelmusik in den Kämpfen, doch auch leise Klaviertöne bekommt man zu hören (abends im Farmerhaus). Das mitreißende Theme fehlt leider. Ein kleines Manko, da Emmerich normalerweise immer einen tollen Score bietet

Atmosphäre:
Man kann sehr schnell in die Kämpfe eintauchen, dafür sorgt allein die tolle Optik. Die Kämpfe sind sehr blutig und spannend gemacht. Vor allem gefiel mir die Übersicht, als Martin einmal aus einem Haus raus den Kampf beobachtet. Leider wirkt die Brutalität teilweise etwas übertrieben ( zB als Benjamin sehr lang auf den toten Soldaten einschlägt). Ein bisschen Herzschmerz ist natürlich auch dabei. (kleine Tochter die böse auf Benjamin ist), ja sogar romantisch wird es. Emmerich hat versucht viele Stile in einen Film zu packen und damit einen 2. Braveheart zu schaffen. Leider gelingt dieser Mix nur Ansatzweise, und somit ist „Der Patriot“ nicht mehr als tolles Popcornkino ohne Anspruch.

Schauspieler:
Zu nennen braucht man eigentlich nur den herausragenden Mel Gibson, der einmal mehr zeigt das er zu den universellsten Schauspielern Hollywoods gehört. Die Art seine Rolle zu spielen erinnert an Braveheart, genauso wie der Verlauf. ( Will erst nicht kämpfen, dann doch etc) Seine Wandlung vom Familienvater zum grausamen Kämpfer kann überzeugen und wird von ihm sehr erschreckend dargestellt. Wie in fast jedem Film, ist Gibson eine sehr schillernde Person.
Der Rest der Crew um Heath Ledger ( Ritter aus Leidenschaft) spielen ihre Figuren zufriedenstellend aber sehr eintönig und klischeehaft. Vor allem Tchéky Karyos Rolle des Franzosen nervt doch erheblich.

Fazit:
Annehmbares Popcornkino, mit einem guten Mel Gisbon. Wen die Klischees und der Patriotismus nicht stört kann sich den Film ruhig antun. Für einen netten entspannenden Abend immer gut. Nur Anspruch sollte man nicht erwarten....

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