Er legte mit "Universal Soldier" einen Mega-Actionkracher hin, entführte die Zuschauer durch das "Stargate", ließ die Menschheit ihren "Independence Day" verkünden und schickte "Godzilla" nach New York. In "Der Patriot" kehrte Roland Emmerich dem fantastischen Genre erstmals den Rücken und erzählt ein opulentes Historiendrama.
Die amerikanischen Kolonien Ende des 18. Jahrhunderts: Die Besteuerung durch das britische Empire schlägt den Amerikanern ziemlich stark auf den Magen, immer mehr sprechen davon, sich offen gegen die europäischen Besatzer zu stellen. Eine Revolution liegt spürbar in der Luft.
Vor diesem Hintergrund versucht der friedlich lebende Bürger Benjamin Martin (Mel Gibson), mit seiner Familie so gut wie möglich über die Runden zu kommen. Martin weiß, dass ein Krieg gegen die Briten ein schreckliches Blutvergießen bedeuten würde und versucht sich und seine Familie aus allem herauszuhalten. Die Dinge ändern sich jedoch, als sich Martins ältester Sohn Gabriel (Heath Ledger) der Revolutionsarmee anschließt. Als einer seiner anderen Söhne getötet wird, zieht auch Benjamin, aus Rache und um seinen ältesten Sohn zu retten, in den blutigen Kampf und wird zum Kriegshelden wider willen.
Von Roland Emmerich, weiß man ja, dass er keine kleinen Brötchen backt – und "Der Patriot" bildet da ebenfalls keine Ausnahme. Die Geschichte vom einfachen Mann, der sein bürgerliches Leben hinter sich lässt, um für seine Ideale zu kämpfen, ist ein Historiengemälde der absoluten Spitzenklasse, das die Zeit des amerikanischen Bürgerkriegs glaubwürdig lebendig werden lässt. Zudem schwelgt Emmerich in seinem ersten Ausstattungsfilm in großartigen Kostümen und stimmigen Dekors, schlägt spektakuläre und brutale Schlachten, die den Vergleich mit dem ganz großen Vorbild "Braveheart" nicht zu scheuen brauchen.
Das Mel Gibson, der bereits den schottischen Freiheitskämpfer William Wallce in "Braveheart" verkörperte, nun schon wieder gegen britische Unterdrücker kämpft, scheint nur konsquent: Wie William Wallace ist auch Benjamin Martin im Grunde genommen ein friedfertiger Mann, der wider Willen in die Wirren der Auseinandersetzungen gezogen wird.
Die übrigen Darsteller in diesem großartigen Films wirken durchweg überzeugend. Denn neben dem großartig agierenden Mel Gibson ("Lethal Weapon 1-4", "Braveheart") zeigen auch Heath Ledger ("Ritter aus Leidenschaft"), Joely Richardson ("Event Horizon"), Jason Isaacs ("Black Hawk Down", "Event Horizon") oder auch Tcheky Karyo ("Bad Boys", "Kiss of the Dragon") allesamt eine klasse Leistung.
Zudem konnte Roland Emmerich für die Musik keinen geringeren als Komponist John Williams ("Krieg der Sterne") verpflichten, womit er sich einen lange gehegten Traum erfüllte.
Fazit: "Der Patriot" ist Roland Emmerichs grandioses Schlachtengemälde - Blutig, dramatisch und mit fantastischen Darstellern besetzt!